KI ermöglicht dem Menschen die Konzentration auf soziale Kompetenz und Kreativität

Am 7. Innovationsapéro referierte Andy Fitze über die Möglichkeiten der Künstlichen Intelligenz und deren Chancen für die Wirtschaft.




Zu Beginn seines Referates «KI ist gekommen – um zu bleiben» am 7. Innovationsapéro zerschlug Andy Fitze, Co-Founder und Managing Partner SwissCognitive, gleich zwei grosse Ängste im Zusammenhang mit Künstlicher Intelligenz. Die vor allem aus ScienceFiction-Filmen bekannte Superintelligenz sei noch weit von der Realisation entfernt. Zudem müssen hier viele Fragen der Moral und Ethik geklärt und definiert werden. «Nicht dass der Kochroboter aus Mangel an anderen Nahrungsmitteln die Hauskatze zu einem Braten verarbeitet.» Auch die Angst, dass Maschinen den Menschen in Kürze die Arbeitsplätze wegnehmen könnten, konnte Fitze stark entkräften. Die aktuellen Künstlichen Intelligenzen können zwar deutlich schneller als der Mensch eine grosse Menge an Daten durchforsten, analysieren und aufbereiten. «Im Moment liefert die KI aber nur eine Lösung für genau ein Problem.» Sie könne die Lösung dabei nicht verifizieren noch einen Transfer auf andere Gebiete herstellen. Dadurch sei die KI zum heutigen Zeitpunkt ein perfekter Zulieferer für die Menschen. «Sie übernimmt die eher langweilige, weil repetitive Arbeit der Datenerfassung, sodass sich der Mensch auf seine wahren Stärken konzentrieren kann.» Für Fitze seien diese auf der einen Seite die Kreativität, was aus den gesammelten Daten wirklich gemacht wird, sowie auf der anderen Seite die soziale Interaktion mit anderen Menschen. «Beides Fähigkeiten, von denen der Computer noch meilenweit entfernt ist.» Nichtsdestotrotz seien die Möglichkeiten und Anwendungsfelder der KI bereits heute riesig; sei es bei der effizienten Steuerung der Belüftung von Minen oder bei der Erfassung von Gesprächen. Und die Schweiz habe hier gute Voraussetzungen und Möglichkeiten eine führende Rolle weltweit einzunehmen. «Es gibt schon viele schöne Leuchtturm-Projekte, gebündelt könnte dies aber noch viel weiter gehen.» Aus diesem Grund habe er die Organisation Cognitive Valley gegründet. Die non-profit-Organisation möchte die Zusammenarbeit und Förderung im Bereich Künstliche Intelligenz vorantreiben, sodass die Schweiz analog zum Silicon Valley in den USA hier das weltweite Kompetenzzentrum werden kann.

Die Chancen der Künstlichen Intelligenz im besten Fall im eigenen Unternehmen wurde im Anschluss an das Referat unter den zahlreichen Gästen, des von der kantonalen Wirtschaftförderung zusammen mit der Glarner Handelskammer, dem Gewerbeverband des Kanton Glarus sowie NüGlaris organisierten Anlasses, beim Apéro riche aus der «lintharena»-Küche angeregt diskutiert. 

*Jürg Huber ist Pressebeauftragter der Glarner Handelskammer