Kinder schulden ihren Eltern nichts

Philosophin, Buchautorin und Moderatorin Barbara Bleisch, bestens bekannt von der Fernsehsendung «Sternstunde Philosophie», präsentierte vergangenen Freitagabend im Foyer der Landesbibliothek ihr neuestes Buch «Warum wir unseren Eltern nichts schulden». Das Buch stellt scheinbar Selbstverständliches infrage, rührt an einem Tabu und bringt wichtige und teils kontroverse, gesellschaftliche und philosophische Debatten in Gang.




Im Programm für das erste Halbjahr unter dem Titel «begegnen & erleben 2019» präsentierte die Baeschlin Bücher AG im Foyer der Landesbibliothek das neueste von acht Büchern der Philosophin, Journalistin und Autorin Barbara Bleisch mit dem Titel «Warum wir unseren Eltern nichts schulden». Die Autorin geht dabei Fragen auf den Grund, die uns alle beschäftigen. Buchautorin Bleisch ist eine sehr kluge und differenziert denkende Philosophin und moderierte beim Schweizer Fernsehen SRF die Sendung „Sternstunde Philosophie“. Darum oder wohl gerade deswegen waren die Sitzplätze im Foyer der Landesbibliothek schon frühzeitig besetzt. Allerding musste sich das Publikum wegen Problemen im Schienennetz noch etwas gedulden, bis die Referentin rund eine halbe Stunde später als vorgesehen ihr neuestes Werk ihrem Publikum vorstellen konnte. Hocherfreut über die Tatsache, dass die promiente Referentin trotz Schneetreibens den Weg nach Glarus fand, konnte Gabi Ferndriger vom Baeschlin Verlag die vielen Literaturinteressierten im Foyer der Landesbibliothek herzlich begrüssen. Nach einer kurzen Vorstellung der Buchautorin oblag es Swantje Kammerecker vom «Verein kulturzyt», als Moderatorin mit geschickter Fragestellung zum brisanten Thema durch den Abend zu führen. Sie tat das in gewohnt souveräner Manier und äusserst routiniert.

Warum wir unseren Eltern nichts schulden

Ein provokativer Titel, der auf den ersten Blick zu irritieren vermag und kurz nach dem Erscheinen des neuen Buches auf dem Büchermarkt zu teils heftigen Diskussionen führte. Ausgangspunkt ihres neuesten Werkes ist die grundsätzliche Frage, ob Kinder ihren Eltern etwas schulden. Autorin Barbara Bleisch geht als Philosophin der Frage nach, ob und wie sich das Gefühl von Verpflichtungen gegenüber Eltern begründen lässt. In ihrem Buch stellt sie die Frage, was schulden wir Vater und Mutter? Nichts – lautet die Antwort der Philosophin. Mit ihrer These hat sie einen Sturm der Entrüstung entfacht. Die Beziehung zwischen Eltern und Kindern kann nicht als Beziehung von Gläubiger und Schuldnerverstanden werden, meint sie in ihrer Begründung. Kinder sind keine Schuldner, die mit ihren Eltern eine Vereinbarung eingegangen sind. Sie haben weder um ihr Leben, ihre Erziehung und Pflege gebeten, noch sich ihre Eltern ausgesucht. Gibt es aber nicht so etwas wie eine Pflicht zur Dankbarkeit? Auch dieser Vorstellung widerspricht Autorin Bleisch. Sicher sind viele Kinder ihren Eltern dankbar für all das, was sie in der Zeit ihrer Kindheit an Fürsorge und Liebe erhalten haben. Aber eine Dankesschuld, also eine Pflicht zur Dankbarkeit, gibt es für Kinder nicht. Fragen und Antworten zum Thema sind im neuesten Buch von Barbara Bleisch aufschlussreich enthalten.

Buchautorin Barbara Bleisch

Die Autorin des neuen Buches «Warum wir unseren Eltern nichts schulden» lebt mit ihrer Familie in Zürich. Über zehn Jahre lang war sie am Ethik-Zentrum der Universität Zürich tätig und leitete unter anderem die Advanced Studies in Applied Ethics, in den sie heute noch Dozentin ist. Derzeit ist sie akademischer Gast am Collegium Helveticum der Universität Zürich und der ETH Zürich. Seit 2010 moderiert sie die Sendung «Sternstunde Philosophie» beim Schweizer Fernsehen SRF und seit 2013 ist sie Kolumnistin des Philosophie-Magazins. Das neue Buch ist ab sofort im Buchhandel erhältlich und kann unter anderem auch in der Buchhandlung Baeschlin an der Hauptstrasse in Glaus gekauft werden. Ein sehr empfehlenswertes Buch, welches zeigt, wie Philosophie helfen kann, das Verhältnis Vater und Mutter zu klären.