Kinderbergsteigen in der Höhle

Der Wetterbericht war ein weiteres Mal etwas schwammig, was uns veranlasste, ein Alternativ-Programm ins Auge zu fassen. Der geplante Aufstieg zum Mürtschen als anspruchsvolle Tour fürs Kinderbergsteigen kam nur bei gutem Wetter infrage. So entschlossen wir uns nach einem kritischen Blick zum Himmel und einem weiteren auf die Wetter-App auf dem Handy, uns dem Nüenchamm zuzuwenden.



(Bilder: zvg)
(Bilder: zvg)

Der Nebel hielt sich hartnäckig und der Aufstieg von Mullern über Rietegg zum Nüenchamm war etwas matschig. Bei der Rietegg trafen wir noch auf den Gründervater vom Kinderbergsteigen Ernst Müller aus Mollis, wo wir kurz für eine Rast innehielten und nachher weiter Richtung Chamm zogen.

Auf dem Gipfel stiegen wir, anders als gewohnt, in die Klettergurte, schnallten den Helm an und machten uns unter kundiger Führung von Stöff Lütschg auf die Suche nach der versprochenen Höhle. Diese war bald gefunden und so konnten wir, gesichert an einer starken Fichte, in den übergrossen Kamin abseilen.

Etwas mulmig war es schon, sich auf die Aussage zu verlassen «es isch käs Problem!» und sich in das Dunkel des Berges gleiten zu lassen. Als sich die Augen an das fehlende Licht gewöhnt hatten, wurde das ganze Ausmass und die Schönheit der Natur sichtbar. Und fast zu schnell war man unten am Grund angelangt und konnte sich vom zweiten Stand wieder im Freien auf die Wegspuren abseilen.

Die reifen Heidelbeeren unweit der Höhle wurden gepflückt und als Dessert zum wohlverdienten Mittagessen verspiesen. Satt und immer noch einigermassen trocken stiegen wir im direkten Weg durch Grashalden nach Mullern ab. Wir waren nach kurzer Zeit und zwei, drei Ausrutscher später wieder bei den oberen Gehöften von Mullern angelangt. Nun störte uns auch der einsetzende Nieselregen nicht mehr, denn in einer weiteren Viertelstunde auf der Teerstrasse werden wir bei den Autos ankommen und spätestens in zwei Stunden sitzen alle wieder in der eigenen warmen und vor allem trockenen Stube.