Kirche Mühlehorn soll sofort saniert werden

Mit der Instandstellung der Kirche Mühlehorn soll im August begonnen werden. Dies hat die reformierte Kirchgemeinde Kerenzen am Montagabend beschlossen. Auch wenn damit ein Teil der Finanzierung infrage gestellt wird.




Dass die Sanierung der reformierten Kirche Mühlehorn notwendig und sinnvoll ist, war an der ausserordentlichen Kirchgemeindeversammlung im Restaurant Mühle in Mühlehorn unbestritten. «Die Kirche gehört zum Dorf», sagte Architekt und Bauleiter Toni Schnellmann aus Galgenen. Die unzähligen Risse und Hohlräume, die im vergangenen Herbst zur sofortigen Schliessung der Kirche geführt hätten, seien reparierbar, sodass der Kirchenraum wieder sicher und benutzbar werde. Die neunmonatigen Abklärungen hätten ergeben, dass zahlreiche Faktoren zusammen zu den Schäden geführt hätten. Ausschlaggebend werde aber wohl der trockene und heisse Sommer 2018 gewesen sein.

Nicht auch noch schliessen

Der Kirchenrat Kerenzen hat sich gemäss Präsident Walter Schaub zusammen mit dem kantonalen Kirchenrat «Gedanken gemacht, ob es sich lohnt, die Kirche Mühlehorn überhaupt wieder zu öffnen. Für knapp 700 Mitglieder und meist spärlichen Gottesdienstbesuch zwei Kirchen zu unterhalten, ist eine Herausforderung.» Doch solle die von 1759 bis 1761 erbaute Kirche erhalten bleiben und vorerst ihrem ursprünglichen Zweck dienen als Haus, wo Gottesdienste gefeiert würden. Über eine allfällige spätere Nutzungserweiterung könne man sich anschliessend Gedanken machen. «Nachdem Dorfladen, Post, Bahnschalter, Fabriken und einzelne Restaurants geschlossen worden sind, muss die ,Kirche im Dorf‘ bleiben. Vielleicht birgt sie sogar Potenzial zu einer neuen Blüte, einem Aufbruch des Dorfes.»

Dass die Kirchgemeinde derzeit kostenloses Gastrecht in der katholischen Fridolins-Kapelle am See geniesst, wurde vom Präsidenten dankbar erwähnt.

Finanzierung unter Vorbehalt

Das nun vorliegende Kreditbegehren mit einem Kostendach von 530 000 Franken umfasst laut Walter Schaub nur Arbeiten, die nötig sind, um die Kirche wieder herzustellen, wie sie war. Die Sanierung ist finanziell ein schwerer Brocken. Doch eine Ablehnung würde gemäss dem Präsidenten später zu bedeutend höheren Kosten und Unannehmlichkeiten führen.

Der Finanzierungsplan rechnet nach Abzug der Beiträge von Denkmalpflege und Landeskirche mit totalen Kosten von 334 960 Franken für die Kirchgemeinde. Diese würden getilgt durch den Baufonds Mühlehorn, den Elsa-Böniger-Fonds und ein Vermächtnis von Rudolf Schrepfer. Auch Sponsoring und Aktivitäten an der Chilbi sind geplant.

Der Plan hat allerdings einen Haken: Über den Beitrag der Landeskirche von knapp 90 000 Franken, die dem Baufonds entnommen werden sollen, muss die Synode entscheiden. Weil die Abklärungen länger dauerten als geplant, konnte die Frühlings-Synode nicht darüber befinden. Der Antrag wird nun der Herbst-Synode vom 14. November vorgelegt. Die entsprechende Verordnung besagt jedoch, dass Beiträge nur dann ausgerichtet werden, «wenn sie vor Baubeginn bewilligt worden sind. Vorbehalten bleiben Notmassnahmen.» Pfarrer Ulrich Knoepfel, kantonaler Kirchenratspräsident, stellte denn auch den Ergänzungsantrag, mit dem Baubeginn bis nach dem Entscheid der Synode zu warten. Da keine baulichen Notmassnahmen vorlägen, würde sonst grosser Unmut entstehen.

Die Diskussion darüber war kontrovers. Walter Schaub plädierte für einen sofortigen Baubeginn. Die Stuckateure seien reserviert für September, die entsprechenden Offerten eingeholt. Ein Zuwarten bis Ende November hätte eventuell eine Verschiebung um ein ganzes Jahr zur Folge, weil im Winter bei kalten Temperaturen kein Kalkmörtel gemischt werden könne. Die Schäden könnten grösser werden. «Und je länger die Kirche geschlossen bleibt, desto unwichtiger wird sie.» Für den lokalen Kirchenrat handle es sich eindeutig um Notmassnahmen – sonst wäre die Kirche nicht sofort geschlossen worden. Sollte die Synode Nein sagen, sei er zuversichtlich, auf Sponsoren zählen zu können.

Die 26 anwesenden Stimmberechtigten entschieden sich mehrheitlich für den sofortigen Baubeginn und stimmten schliesslich dem Instandstellungskredit von 530 000 Franken zu.