Kirchenbund tagte in Filzbach

Rund 100 Abgeordnete und Gäste des Schweizerischen Evangelischen Kirchenbundes (SEK) tagten von Sonntag bis Dienstag in Filzbach. Die Glarner Kirche war eine gute Gastgeberin.




Sommerlich-heisses Wetter, gute Stimmung, sachliche Diskussionen und begeisternde Anlässe der Glarner Kirche: Die Abgeordneten und Gäste des SEK erlebten eine gelungene Versammlung auf dem Kerenzerberg.

Für die Organisation war die Reformierte Landeskirche des Kantons Glarus zuständig. OK-Präsidentin Gret Menzi war bis zu ihrem Rücktritt aus dem kantonalen Kirchenrat im vergangenen November selber Abgeordnete. «Ich bin noch nahe beim Geschehen und habe die Organisation dieser AV gerne gemacht», sagte sie.

Rahmenprogramm kam sehr gut an


Zum Rahmenprogramm gehörte ein öffentlicher Gottesdienst am Sonntagabend in Obstalden. «Es war eine Freude zu erleben, wie die AV-Gemeinde mit den weit über 100 kräftigen Stimmen die Kirche Obstalden erfüllte, wie man es selten erlebt», meinte Pfarrer Ulrich Knoepfel, Präsident des kantonalen reformierten Kirchenrates und Abgeordneter. Er gestaltete gemeinsam mit Pfarrerin Simone Brandt-Bessire den zweisprachigen Abendmahls-Gottesdienst, der alle Sinne ansprach. Für die begeisternde Musik sorgten Fredi Grossmann an der Orgel und Roland Schiltknecht am Hackbrett.

Am Montag fand der Abend der gastgebenden Kirche unter der Regie von Gret Menzi statt. Er begann mit einem Konzert der «Zigerhorns» im Lihn Filzbach, der alle mitriss. «Ihr spielt nicht nur super, ihr sehr auch noch gut aus», meinte Martin Laupper, Gemeindepräsident von Glarus Nord, schmunzelnd in seiner Ansprache, in welcher er seine Gemeinde vorstellte.

Das anschliessende Glarner Znacht im Hotel Kerenzerberg diente in erster Linie der Kontaktpflege. Grussworte gab es von Walter Schaub, Präsident der Kirchgemeinde Obstalden-Filzbach, mit Schlaglichtern zum Kerenzerberg und zum SEK, sowie von Stefan Müller, dem Präsidenten der Katholischen Landeskirche, zum einst gespannten und heute guten Verhältnis der beiden Landeskirchen. Regierungsrätin Christine Bickel schilderte die Veränderungen im Kanton und stellte die Konstante – die Landsgemeinde – vor, während Synodepräsident Hans Thomann das Kirchenparlament und die bei uns nicht vollzogene Trennung von Staat und Kirche beleuchtete.

«Wertvolle Erfahrungen und Gedanken»


Am Dienstagmittag gingen die Verhandlungen im Sportzentrum Filzbach zu Ende. Andrea Trümpy, die erstmals als Abgeordnete mit dabei war, zeigte sich angenehm überrascht, «wie straff die AV geführt wird. Die statutarischen Geschäfte wurden zügig abgewickelt.» Ulrich Knoepfel würdigte die freudige und harmonische Stimmung. «Die Europäische Kirchenlandschaft ist im Umbruch. Der SEK will sich eine neue Verfassung geben und hat der Versammlung einen kühnen Entwurf für eine ‚Evangelische Kirche Schweiz’ präsentiert. In diesem Zusammenhang war ein geistliches Highlight die Ansprache des Präsidenten der Eglise protestante unie de France, Pfarrer Laurent Schlumberger. Die kürzlich erfolgte Vereinigung von lutherischer und reformierter Kirche hat in Frankreich eine Bewegung der Selbstbesinnung ausgelöst. Es ist eine Neuorientierung weg von einer Mitgliedschaftskirche, welche lediglich ihr protestantisches Selbstverständnis pflegt, hin zu einer Kirche, die in einer kirchenfernen Gesellschaft aktiv Zeugnis ablegt für das, was ihr am Glauben wichtig ist. Auch in Glarus befinden wir uns mitten in der Diskussion über die Inhalte und Strukturen unseres Kircheseins. Wir sind froh, uns von den wertvollen Erfahrungen und Gedanken befreundeter Kirchen im In- und Ausland inspirieren und ermutigen zu lassen», so der Glarner Kirchenratspräsident.

Die wichtigsten Beschlüsse


Die Abgeordnetenversammlung:

- überwies die Resolution des Rates des SEK, worin sie den Bundesrat auffordert, sich im Rahmen seines Einsatzes für die Menschenrechte auch entschieden und verstärkt gegen Diskriminierung, Ausgrenzung und Bedrohung von Christen und Christinnen einzusetzen;

- nahm die Präsentation zur Vernehmlassung der Revision der Verfassung SEK zur Kenntnis;

- ermächtigte den Rat, die «Erklärung zur gegenseitigen Anerkennung der Taufe» der Arbeitsgemeinschaft christlicher Kirchen in der Schweiz zu unterzeichnen;

- beschloss für die Finanzierung der Seelsorge für Asylsuchende in den Empfangs- und Verfahrenszentren des Bundes und den Transitzonen der Flughäfen Zürich-Kloten und Genève-Cointrin für das Jahr 2014 einen ausserordentlichen Beitrag von 220 000 Franken.