Unlängst war es so weit. Eingeladen war man zu zwei Klangkunst-Aufführungen – so der mediale Wortlaut, wie er in der Vorschau nachzulesen war. Und es kamen erfreulich viele Interessentinnen und Interessenten ins heimelige Innere. Noch war beim Altar vieles verhüllt. Rot war die Decke angeleuchtet. Den Auftakt bildete eine Klangperformance mit dem geheimnisvoll tönenden Titel «Gopvurdili». Deren Entstehung war Sache des stadtglarnerischen Klangkünstlers und Journalisten Claudio Landolt und des Schlagzeugers Simon Scherrer. Es herrschte bei Beginn eine riesige, lange Stille die durchaus sinnbringende Einstimmung war. Dann klangen die mehr als 500 Jahre zählenden Matter Kirchenglocken ab Tonband auf. Sie klangen aus und wieder war es für ganz kurze Zeit bedeutsam ruhig, Neugierde und Anteilnahme wegen des Folgenden weckend. Es schwebten zwei ganz kleine Klangkörper von der Decke, sich drehend, aufleuchtend, verharrend. Die Handys wippten, zappelten, knackten in feinen gleich gelagerten Schwingungen, schienen in einer uns fremden Zwiesprache zu kommunizieren, die Klangaussagen in den Kirchenraum weitergebend, bevor sie wieder im Rot der Kirchendecke verschwanden. Magisches, Spielerisches war zu Ende.
Es ging mit einem wahrlich besonderen Konzertteil weiter, geprägt waren die langen, sich zuweilen gleichförmig dahinziehenden, dann wieder deutungsstarken, Aussagen in verschiedenen Tempi und Lautstärken dank Martina Berther, Schweizer Musikpreisträgerin und Philipp Schlotter. Sie nutzten Orgel, die eigenen Stimmen, Synthesizer, E-Bass und Zither. Sie präsentierten ihr neues Album «Silence Will Never Die», das in der Kirche Matt entstanden war. Sie drückten ihre Anerkennung gegenüber den Kirchenverantwortlichen und Pfarrer Beat E. Wüthrich aus. Dank ihnen konnte die Kirche als Aufnahme- und Konzertraum genutzt werden.
Als neugieriger Gast staunte man, wieviel Technik eingesetzt war, um die Verschiedenartigkeit der Klangfolgen wachzurufen. Es war eine immense Fülle an Welten, die wachgerufen wurden, die Ruhe, dann Hektik, stille und laute Momente, Gleichförmiges, Verharrendes, weite Bogen, Schrilles, dann wieder Zurückgezogenheit, einfache Strukturen und intensive Vielfalt offenbarten. In oft suggestiven Abfolgen kamen Intensität, unerwartet Verwirrliches, Träumereien und Verharren auf.
Es war nach dem Musikalischen Gelegenheit zum Verweilen und zu Gesprächen geboten, sich mit einer selten gehörten Kulturfülle auseinanderzusetzen – bevor wieder Alltag, Rückkehr und kurzer Blick in die herrlich verschneiten Bergwelt des Sernftals gewohnte Vertrautheit bescherten.












