Klare Unterstützung der Schwingfest-Kandidatur ESAF 2025

Einhellig hat sich der Landrat hinter den Antrag der Regierung gestellt, einen Verpflichtungskredit von 2,2 Millionen Franken für die Kandidatur des Eidgenössischen Schwing- und Älplerfestes 2025 in Mollis zu genehmigen und der Landsgemeinde zu unterbreiten.




Der Regierungsrat befürwortet den Memorialsantrag eines Vereins, der die Durchführung des Eidgenössischen Schwing- und Älplerfestes (ESAF) im Jahre 2025 in Mollis anstrebt. Er ist bereit, einen Verpflichtungskredit von maximal 2,2 Millionen Franken an die Kandidatur, Organisation und Durchführung dieses Grossanlasses zu leisten. Die Kommission Bildung/Kultur und Volkswirtschaft/Inneres befürwortet laut Präsidentin Daniela Bösch, CVP, ganz klar den Kredit und ist damit einverstanden, dass es sich um einen à-fonds-perdu-Beitrag handelt.

Breiteste Zustimmung


Noch selten ist im Landrat quer durch alle Fraktionen ein Antrag der Regierung so klar unterstützt und positiv aufgenommen worden. Für die FDP nimmt das ESAF 2015 gemäss Roger Schneider einen Spitzenrang online und in der Werbung ein und erreicht damit eine unerhörte Werbewirkung für den Kanton Glarus. Man habe noch nie wirkungsvoller Geld eingesetzt. Auch die SVP ist gemäss Kaspar Krieg einstimmig für den Kredit. Eine solche Chance sei einmalig, und das finanzielle Risiko sei kalkulierbar. Nicht euphorisch sind laut Regula Keller die Grünen für Zustimmung. Das ESAF habe gigantische Ausmasse angenommen, und es wäre wünschenswert, eine Redimensionierung anzustreben. Es bleiben viele offene Fragen betreffend Verkehr oder Ökologie, und daher sei der Fraktion die Nachhaltigkeit ein wichtiges Thema. Die BDP ist gemäss Mathias Vögeli mit Überzeugung für das Geschäft, denn der Kanton Glarus brauche wieder einmal einen Grossanlass. «Fraue und Manne i d‘Hose» erklärt er, denn alle müssten nun am gleichen Strick ziehen. Auch Renata Grassi Slongo unterstützt im Namen der SP den Verpflichtungskredit, wobei sie hofft, dass der Nachhaltigkeitsgedanke gut umgesetzt wird. Marco Hodel unterstützt im Namen der CVP ganz klar die Vorlage. «Wir Glarner müssen uns mit aller Kraft für die Vergabe und die Durchführung von ESAF 2025 einsetzen», sagt er. Der Bekanntheitsgrad vom Glarnerland als Austragungsort würde ganz klar gesteigert. Aber auch für die CVP ist es dringend nötig, dass die Investitionen nachhaltig sein müssen.

Regierungsrat Benjamin Mühlemann ist erfreut darüber, dass es im Saal geradezu «knistert von positiver Stimmung». Für die Regierung sei es eine einmalige Chance, denn das ESAF sei ein Generationenprojekt. Drei Stichworte schliesslich seien für die Regierung bedeutend: Identität, Wirtschaftsfaktor und Image. «Steigen wir zusammen in den Ring». Einhellig und ohne Gegenstimme befürwortet der Landrat sodann den Verpflichtungskredit von maximal 2,2 Millionen Franken zu Handen der Landsgemeinde 2017.

Gut ausgebildete Berufsleute sind wichtig


Auf breite Zustimmung stösst auch die Änderung des Einführungsgesetzes zum Bundesgesetz über die Berufsbildung. Die vorberatende Kommission hat laut Daniela Bösch erstaunt, dass im Glarnerland ein Viertel der 25-Jährigen über keinen förmlichen Berufsabschluss verfügen. Sie begrüsst daher die Absicht des Kantons, sich in diesem Bereich verstärkt zu engagieren. Christian Marti bekräftigt im Namen der FDP, dass gut ausgebildete Berufsleute für die Wirtschaft wichtig seien. Auch die Grünen unterstützen gemäss Regula Keller das notwendige und ausgewogene Gesetz. Toni Gisler meint als Sprecher der SVP, man könne die Regierung für diese Vorlage auch einmal loben. Es gebe tatsächlich zu wenig Fachkräfte, und es sei zu begrüssen, diesem entgegenzuwirken. Das Gesetz wird einstimmig gutgeheissen, geht noch in eine zweite Lesung und kommt vor die Landsgemeinde. Darauf wird auch die Verordnung über die Steuerung und die Aufgaben in der Berufsbildung ebenso klar angenommen.

Grundgebühren überprüfen


Peter Rothlin, Rolf Elmer, Peter Zentner und Bruno Gallati haben ein Postulat eingereicht mit dem Auftrag, der Regierungsrat solle eine nachhaltige Senkung der Grundbuchgebühren prüfen. Dieser vertritt die Meinung, eine Anpassung der Grundbuchgebühren brauche es nicht. Das Postulat sei abzulehnen. Peter Rothlin, SVP, erklärt, dass in 18 von 26 Kantonen die Grundbuchgebühren weniger hoch seien. Es sei notwendig, die glarnerischen auf das Niveau des schweizerischen Durchschnittes anzupassen. Auch die SP unterstützt gemäss Thomas Kistler eine Gebührensenkung. Man könne dafür eine Handänderungssteuer einführen. Regierungsrätin Marianne Lienhard ist gegen eine Handänderungssteuer. Glarus kenne keine solche, dafür seien die Gebühren etwas höher. Eine Mehrheit des Landrates entscheidet sich aber klar für die Überweisung des Postulats.
Ein Postulat von Fridolin Luchsinger und Jacques Marti fordert eine Überprüfung, ob den Gemeinden für die Eintragung der Grundpfandverschreibung im Grundbuch als Absicherung der Mehrwertabschöpfung die anfallenden Gebühren zu erlassen seien. Die Regierung ist auch hier für Ablehnung des Postulats, was der Landrat mit einer Mehrheit beschliesst.

Zu Beginn der Sitzung, kompetent geleitet von Susanne Elmer Feuz, wird als Nachfolgerin von Hans Luchsinger auf der SVP-Liste Barbara Rhyner aus Elm als neue Landrätin vereidigt.