Kleine Badi – grosse Bedeutung

Seit bald 100 Jahren ist die Bergbadi Treffpunkt und Herzensprojekt des Glarner Dorfes Schwändi. Nun muss das von Freiwilligen betriebene Bijou umfassend saniert werden. Mit einer 15 000-Franken-Spende hilft der Coop-Regionalrat, die Zukunft der Badi zu sichern.



Tony Arnold (l.), Präsident der Schwimmbadgenossenschaft, erklärt Coop-Regionalrat Raphael Eugster (r.) die detaillierten Sanierungspläne für die neue Wasseraufbereitungsanlage in der Bergbadi Schwändi. (Fotos: Coop Ostschweiz-Ticino/Corina Pinchera)
Tony Arnold (l.), Präsident der Schwimmbadgenossenschaft, erklärt Coop-Regionalrat Raphael Eugster (r.) die detaillierten Sanierungspläne für die neue Wasseraufbereitungsanlage in der Bergbadi Schwändi. (Fotos: Coop Ostschweiz-Ticino/Corina Pinchera)

Eine Gruppe Bauarbeiter sitzt am Tisch, eine ältere Frau liest am Beckenrand einen Roman, ein Mann mit Sonnenhut erfrischt sich im kühlen Nass. Typische Szenen an einem Sommervormittag in der Bergbadi Schwändi. «Die Arbeiter kommen hierher zum Znüni, die Schulklassen zum Schwimmen, die Wanderer zur Abkühlung und die Einheimischen auf ein Feierabendbier», sagt Tony Arnold (37) mit einem Lachen. Der Präsident der Schwimmbadgenossenschaft blickt über die Anlage und ergänzt: «Die Badi hält unser Dorf zusammen.»

In der Tat: Die kleine Bergbadi am Fusse des Glärnisch ist weit mehr als nur ein Ort zum Schwimmen. «Seit es in Schwändi kein Restaurant mehr gibt, ist das Badi-Bistro eine Art sommerliche Dorfbeiz – ein beliebter Treffpunkt für Jung und Alt», erzählt Tony Arnold. Auf den Tisch kommen Klassiker wie Pommes, Würste, Steaks oder Pizza. Die freiwilligen Badi-Helfer/-innen sorgen zudem immer wieder mit eigenen Tagesmenüs für Abwechslung. Und die herrliche Aussicht auf die Glarner Bergwelt gibts für die Gäste gratis dazu.

Viel Herzblut über Generationen

Die Geschichte der kleinen Wasseroase begann bereits 1932. Der junge Elektriker Thomas Zimmermann hatte die Idee, in Schwändi eine öffentliche Badi zu bauen. Längst nicht alle im Dorf konnten sich dafür begeistern. «Verruckti Cheibe – bruchts das?», fasst Tony Arnold die damalige Skepsis schmunzelnd zusammen. Doch Thomas Zimmermann liess sich nicht beirren: Gemeinsam mit 32 Gleichgesinnten – vor allem jungen Bauern und Handwerkern – baute er die Badi in Fronarbeit auf.     

Bis heute hat das Schwimmbecken die ursprüngliche Form, rundherum hat sich aber einiges getan. Über die Jahrzehnte kamen Garderoben, WC-Anlagen, eine Küche und eine Pergola dazu. «Immer wieder haben neue Generationen die Bergbadi mit viel Herzblut unterhalten, aufgefrischt und weiterentwickelt», betont Tony Arnold.

Nun ist seine Generation gefordert: Die bald 100-jährige Anlage erfüllt die technischen Anforderungen nicht mehr. Um eine konstante Wasserqualität zu gewährleisten, ist eine automatische Wasseraufbereitungsanlage notwendig. Dafür braucht es unter anderem neue Filter, eine Mess- und Dosieranlage fürs Chlor, eine Pumpe und Einspeisedüsen im Becken. Kostenpunkt: etwa 500 000 Franken. Für die kleine Genossenschaft ein gewaltiger Betrag. 

15 000 Franken fürs Kinderbädli

Finanziert wird die Sanierung vorwiegend durch Spenden von Stiftungen, Gewerbe und Privaten sowie mit Geldern aus dem kantonalen Sport-Toto-Fonds. Einen wichtigen Schub gaben zudem 120 000 Franken, die der Genossenschaft vererbt wurden. Tony Arnold: «Das war die Initialzündung. Da wussten wir, jetzt können wir das Projekt wirklich anpacken.»

Der Coop-Regionalrat Ostschweiz unterstützt die Sanierung mit 15 000 Franken. Das Geld soll in die Erneuerung des Kinderbädlis fliessen. «Mit welchem Engagement hier Freiwillige seit Jahren den Betrieb und Unterhalt der Bergbadi ermöglichen, hat uns beeindruckt. Darum bieten wir gerne Hand», betont der zuständige Coop-Regionalrat Raphael Eugster (30) aus Mitlödi und ergänzt: «Wo findet man schon eine Badi mit solch wunderschöner Aussicht!»

Bereits in den nächsten Wochen beginnen die Umbauarbeiten, bis zum Saisonstart 2027 soll die Sanierung abgeschlossen sein. Für Tony Arnold und die Schwimmbadgenossenschaft geht damit ein Traum in Erfüllung – doch ein grosser Wunsch bleibt: «Ich hoffe, dass sich auch in Zukunft immer genügend Freiwillige finden, die mit Herzblut für unsere Badi anpacken.»

Alle Informationen zur Badi, der Sanierung und den Spendemöglichkeiten unter: www.badischwaendi.ch