Aus der Selbstverpflichtung zu Nachhaltigkeit und Transparenz lässt Axpo seit Längerem abklären, wo und unter welchen Produktionsbedingungen das von ihr bezogene Uran für das Kernkraftwerk Beznau (KKB) aufbereitet wird. Damit nimmt sie in der Schweiz eine Pionierrolle ein. Aufgrund der diversen beteiligten Unternehmen (Lieferant und mehrere Sublieferanten) aus verschiedenen Staaten und der vertraglichen Komplexität nimmt dies einige Zeit in Anspruch. Wichtig ist für Axpo dabei, dass nicht nur der eigentliche Vertragspartner, sondern auch dessen Zulieferer internationale Umwelt- und Qualitätsstandards erfüllen.
Die Abklärungen über die heutigen Produktionsbedingungen in der russischen Aufbereitungsanlage Mayak sind dabei entscheidend.
Es ist allgemein bekannt, dass vor Jahrzehnten in Mayak Umweltsünden zulasten der lokalen Bevölkerung begangen wurden – dies durch nicht fachgerechten und fahrlässigen Umgang mit radioaktivem Material. Abzuklären gilt es jetzt, ob Mayak heute internationalen Standards genügt, oder ob Bevölkerung und Umwelt immer noch belastet werden.
Sollte sich herausstellen, dass die Produktionsbedingungen in Mayak internationalen Kriterien nicht genügen, wird Axpo entsprechende Konsequenzen ziehen. Im Rahmen der von Axpo initiierten Umweltdeklaration werden alle bestehenden Verträge mit dem Lieferanten Areva auf Kriterien der Nachhaltigkeit und Umweltverträglichkeit überprüft. Der für die Umweltdeklaration des KKB relevante Liefervertrag für das KKB (abgeschlossen 2003) ist praktisch erfüllt, wie Manfred Thumann, CEO Axpo AG, bereits in der TV-Sendung «Rundschau» am 8. September 2010 festgestellt hat. Die letzten Brennelemente aus diesem Vertrag wurden in diesem Jahr im Reaktor eingesetzt. Dabei kündigte Thumann auch an, dass alle weiteren Verträge abgeklärt und präzisiert würden. Dazu gehört auch ein 2005 abgeschlossener Vertrag, der von 2010 bis 2020 läuft. Manfred Thumann: «Wir werden vertraglich in allen Lieferantenverträgen verankern, dass dieser Herkunftsnachweis erbracht werden muss, und dass wir diese Angaben schriftlich bestätigt brauchen. Anhand dieser Angaben werden wir genau prüfen: Ist die Lieferkette für uns akzeptabel oder nicht?» Axpo wird die Öffentlichkeit weiterhin über jede Entwicklung im Abklärungsprozess informieren. Es ist für Axpo von grösster Bedeutung, dass nicht nur die Stromproduktion praktisch CO2-frei und damit klimafreundlich ist, sondern dass auch die vor- und nachgelagerten Prozesse den Kriterien der Nachhaltigkeit genügen.
Barbara Hutzenlaub & Coco Chantal – die Sprechstunde der besonderen Art



