Der trockene und heisse Sommer hat gezeigt, dass die Folgen des Klimawandels auch im Glarnerland konkret werden. Landwirtschaftliche Kulturen litten unter der Trockenheit, der starke Befall durch Kartoffelkäfer machte dem Kartoffelanbau zusätzlich zu schaffen und Wasserentnahmen waren zeitweise nicht mehr möglich. Gleichzeitig stellt die abnehmende Schneesicherheit die Glarner Wintersportgebiete vor grosse Herausforderungen.
Vor diesem Hintergrund irritiert die Gewichtung im Bericht zum neuen Klimagesetz. Unter dem Titel «Chancen des Klimawandels» werden unter anderem neue landwirtschaftliche Kulturen, ein geringerer Heizbedarf oder eine höhere Attraktivität als Sommerdestination genannt.
KlimaGlarus.ch stellt nicht infrage, dass einzelne Veränderungen lokal auch positive Auswirkungen haben können. Die grossen Chancen für das Glarnerland liegen aus Sicht des Vereins jedoch woanders: in erneuerbaren Energien, innovativen Glarner Unternehmen, regionaler Wertschöpfung, zukunftsfähigen Gebäuden und einem Tourismus, der sich frühzeitig auf veränderte klimatische Bedingungen einstellt.
Die Chance liegt im Handeln
Damit das neue Klimagesetz tatsächlich Wirkung entfaltet, wünscht sich KlimaGlarus.ch Zwischenziele und Absenkpfade, ein konsequentes Monitoring mit Nachsteuerung sowie eine langfristig gesicherte Finanzierung. Auch Kanton und Gemeinden sollen ihre Vorbildfunktion wahrnehmen. Öffentliche Projekte, Investitionen, Beschaffungen und Fördergelder sollen künftig auf ihre Vereinbarkeit mit den Klimazielen geprüft werden. Denn Investitionen von heute wirken über Jahrzehnte und sollten auch unter veränderten klimatischen Bedingungen langfristig sinnvoll sein.
«Wir sehen im Klimagesetz eine grosse Chance für Glarus. Diese Chance liegt aber nicht im Klimawandel selbst. Sie liegt darin, unseren Kanton rechtzeitig auf die Zukunft auszurichten und heute Entscheidungen zu treffen, die auch in 20 oder 30 Jahren noch sinnvoll sind.»




