Sind Sie auch im Hitzestress? Liegen die Temperaturen mehrere Tage lang über 30 Grad Celsius und sinken auch nachts nicht unter 20 Grad, spricht man von einer Hitzewelle. Diese kann besonders die Gesundheit von älteren oder kranken Menschen, Schwangeren und Kleinkindern gefährden.
Denn Hitze ist Stress für den Körper. Sie stellt ein erhebliches Risiko für Kreislaufbeschwerden und körperliches Unwohlsein dar. Warnzeichen sind hohe Körpertemperatur, erhöhter Puls, Schwäche, Müdigkeit, Kopfschmerzen, trockener Mund, Muskelkrämpfe, Verwirrtheit, Schwindel, Bewusstseinsstörungen, Übelkeit, Erbrechen oder Durchfall.
So sind die Medien derzeit voll von Tipps für die heissen Tage: viel trinken, körperliche Anstrengung vermeiden, nachts und frühmorgens lüften, tagsüber Fenster und Rollläden schliessen, Körper kühl halten, luftige Kleidung tragen, besonders gefährdete Personen im Umfeld unterstützen, keine Personen oder Tiere im geparkten Auto zurücklassen.
Eigentlich wüssten wir das ja schon. Denn wir erleben immer häufiger und intensiver längere Hitzeperioden. Die Auswirkungen des Klimawandels sind sogar messbar: Von 1901 bis 2024 ist im Glarnerland die höchste jährliche Tagesmaximaltemperatur um 3,4 Grad Celsius angestiegen. Klimamodelle zeigen, dass sich dieser Trend weiterhin verstärken wird. Es drohen nicht nur höhere Temperaturen, sondern vermehrt auch Wassermangel, Dürre, Brände und starke Unwetter mit gravierenden Folgen. Sogar der Asphalt schmilzt bereits wegen der grossen Hitze.
Nun gibt es Leute, die sagen: «Früher hatten wir auch 35 Grad.» Oder: «In Italien ist es viel heisser.» Stimmt. Aber deswegen muss man die Hitze ja nicht relativieren. Man kann auch einfach nur zugeben, dass sie anstrengend ist. Wobei es natürlich Leute gibt, welche den Hitzesommer in vollen Zügen geniessen. Keine Frage.
Ich gehöre nicht dazu. Ich verkrieche mich im nachts und morgens gelüfteten Haus und gehe nur raus in die Hitze, wenn ich muss. Ich schlafe schlecht und hoffe auf etwas Bise sowie ein Gewitter, das endlich mal ein bisschen Abkühlung bringt.
Vielleicht zeigt die Hitze vor allem eines: Wir müssen lernen, unseren Alltag neu zu denken. Städte brauchen mehr Schatten statt Beton. Arbeitszeiten können sich an Temperaturen orientieren, nicht nur an der Uhr. Schulen dürfen über hitzefreie Tage diskutieren. Und eventuell ist die mediterrane Siesta wirklich eine kluge Antwort auf ein Klima, das den Menschen seit Jahrhunderten Grenzen setzt.
Ausgedient hat wohl, dass wir überrascht sind, wenn das Thermometer über 30 Grad steigt. «Der heisse Sommer ist längst kein exotischer Ausnahmegast mehr. Er klopft nicht mehr an die Tür, er sitzt schon im Wohnzimmer», habe ich vor ein paar Tagen gelesen. Ja, damit werden wir uns leider abfinden müssen. Ob wir wollen oder nicht.





