Kolumne: Hopp Schwiiz!

Hopp Schwiiz – oder was bleibt von der Fussball WM 2026 übrig?



Fussball-WM 2026 hinterlässt Spuren! (Bild: zvg)
Fussball-WM 2026 hinterlässt Spuren! (Bild: zvg)

48 Mannschaften, 16 Stadien in drei Ländern, 104 Spiele, 6.8 Millionen Besucher, 308 Tore, 280 Gelbe Karten, 2-mal Gelb Rot und 15 direkte rote Karten. Dazu wurden 22 Elfmeter gepfiffen und am Ende ist Spanien Weltmeister.

Bei vielen Fussballfans war die Vorfreude auf dieses Mega-Ereignis gross. Jedoch am Ende sorgen verschiedene Faktoren zu ausgeprägtem Gesprächsstoff. Und dazu einen faden Nachgeschmack. 104 Spiele sind einfach zu viel. Und jetzt will FIFA-Präsident Infantino das Teilnehmerfeld zukünftig noch auf 64 Teams erhöhen. Aber es geht dabei um viel Geld; sehr viel Geld. Die FIFA hat bei der WM so viel Geld verdient wie noch bei keinem Turnier. Der Aussage von Infantino, es gehe der FIFA nicht ums Geld, sondern nur um den Sport, möchte ich ein dickes Fragezeichen hintenanstellen. Doch sowohl ihr Geschäftsgebaren als auch die Politisierung der Spiele stehen in der Kritik. Die Integrität der WM wurde durch Donald Trump und Gianni Infantino beschädigt.

Auch die Amerikanisierung des Fussballs wurde deutlich gespürt. Stark geprägt durch den American Football in den USA. Das hat vielen nicht gefallen und hat auch wenig mit der Fussballkultur zu tun. Die Halbzeitshow beim Finale hat glatte 27 Minuten gedauert. Laut Spielreglement der FIFA ist dies nicht zulässig. Aber die FIFA hat dies zugelassen. Die Amerikaner wollten dies so.

Aber es wurde auch Fussball gespielt. Und wie. Einige kleinere Mannschaften schafften es die grossen Favoriten zu ärgern. Das hat mich sehr gefreut. Es zeigte, dass die Differenz zwischen den ganz grossen Fussball-Nationen und den sogenannten kleinen nicht mehr so gross ist. Es gab einige spannende Spiele. Doch viel zu oft griff der Schiedsrichter mit manch fragwürdiger Entscheidung ein. Ebenso der VAR. Auch dies ergab sehr viel Gesprächsstoff und so manchen Ärger. Es wurde von Bestechung und von Beeinflussung durch die FIFA gesprochen. Ich kann und will das nicht beurteilen. Schade finde ich nur, dass dadurch der Spass am Zuschauen und Mitfiebern gelitten hat.

Was bleibt also von der Fussball-WM 2026 übrig? Man weiss es nicht so richtig was man davon halten soll. Jeder echte Fussballfan wird sich fragen, ob das die Zukunft bei solch grossen Anlässen ist. Wenn Geld und Politik eine grössere Rolle spielen als der Sport, geht etwas Entscheidendes verloren. Der Spass. Zwei Mannschaften spielen gegeneinander und der Bessere soll gewinnen.

Und zum Schluss noch dies: Die Mannschaft der kleinen Schweiz hat es bis ins Viertelfinale geschafft. Darauf können sie (wir) stolz sein.