Von Glarus nach Glarus

54 000 km! Wie bitte? Das kann doch nicht sein. Doch das kann sein. Das ist sogar so. Vor 28 Jahren sind wir in die Welt hinausgezogen, und jetzt kehren wir wieder zurück. Also von Glarus nach Glarus. Mit einem kleinen Umweg eingerechnet.




Natürlich mit Sack und Pack, Kind und Kegel, und nicht zu vergessen mit Katze.

Ich werde immer wieder gefragt, wo seid ihr, weil lange seid ihr, wohin geht ihr? Wann kommt ihr zurück? In einer kleinen Reihe von Kolumnen möchte ich Ihnen unsere 28-jährige Weltreise etwas näherbringen.

Doch eines vorneweg. Wir sind wieder da. Zurück für immer im Glarner Land.

Für einen eingefleischten Glarner wie mich erübrigt sich natürlich die Frage, warum ausgerechnet Glarus. Ganz einfach. Weil man sich hier wohlfühlt. Weil wir hier viele Freunde haben.

Doch bevor man zurückkehren kann, muss man «züglä». Das ist immer mit einem grossen Aufwand verbunden. Einen gesamten Haushalt mit Auto. Das bedingt einer genauen Vorbereitung. Gut, das ist nun schon das 10. Mal, dass wir über Kontinente hinweg umziehen. Da hat man schon etwas Erfahrung. Aber trotzdem ist es immer wieder sehr anstrengend. Bis man nur schon alle Zollpapiere zusammen hat, dauert es Wochen. Ein sehr genaues Inventar muss erstellt werden. Angefangen von den Kaffeelöffeln, über das Büromaterial, bis zu den übrig gebliebenen Teelichtern, muss alles dokumentiert sein.

Dann erst kann man an das Verpacken denken. Das übernimmt zwar eine Umzugsfirma, jedoch sollte man stets die Kontrolle darüber behalten. Ist endlich alles verpackt und der Container verplombt, geht gar nichts mehr. Eine Kiste vergessen einzupacken? Pech gehabt.
Nun dauert es mindestens 10 Wochen, bis das Schiff von Busan in Korea startend, in Rotterdam ankommt.

Und kaum ist der Transport angekommen, geht es wieder los. Eine gefühlte Million Kisten auspacken. Für alles und jedes einen Platz finden. Und und, und …

Die letzten 28 Jahre kam dazu, dass man das neue Land noch kennen lernen musste. Das ist diesmal nicht der Fall. Die Schweiz kennen wir ja. Kennen wir sie wirklich noch?

Wir wissen von einigen unserer Kollegen, dass es tatsächlich nicht so einfach ist wie es scheint, wieder in die Heimat zurückzukehren. Vieles hat sich in dieser Zeit verändert. Wir sind auch nicht mehr dieselben.

Die Freude aber ist gross wieder hier zu sein. Am 18. April ist es so weit. Da sind wir hoch offiziell wieder zurück in der Schweiz. Mal sehen wie schnell wir uns wieder einleben.

In der Mai-Kolumne erfahren Sie, wie es uns auf unserem ersten Posten in Wien ergangen ist.

Bis dahin alles Gute und ein schönes Osterfest.

Martin Carl Mächler