Kolumne: Natur, Kultur, Genuss

Die Wachau gehört zu den bedeutendsten Kulturlandschaften Europas. Sie hat uns einmal mehr begeistert.



Die Wachau nahe bei Wien: Weltkulturerbe und eine wunderbare Gegend. (Bilder: mb)
Die Wachau nahe bei Wien: Weltkulturerbe und eine wunderbare Gegend. (Bilder: mb)

Wir waren schon mehrmals in der Wachau, aber sie fasziniert uns nach wie vor. Zwischen Melk und Krems gelegen, bilden die steilen Terrassen voller Reben, die sanften Hügel, Marillenbäume, die mittelalterlichen Orte und die Donau eine Schönheit, die fast inszeniert wirkt. Wie ein Gemälde. Kein Wunder, ist die rund 35 Kilometer lange Region bei Wien Weltkulturerbe. Die Burgruinen, Stifte und Altstädte erzählen von Jahrhunderten europäischer Geschichte.

Hoch über der Donau thront das Wahrzeichen der Wachau, das Stift Melk. Es ist ein Juwel barocker Architektur. Die Ordensgemeinschaft der Benediktiner lebt hier seit mehr als 900 Jahren. Wir verweilen in der Ausstellung und beim Rundgang durch die prachtvollen Gebäulichkeiten und den grossen Park. Besonders die goldverzierte Stiftskirche hat es uns angetan. Schön, dass wir am Mittagsgebet teilnehmen können. Auch von den Leuten her ist es sehr angenehm – während der Sommermonate dürfte hier ein grosses Gedränge herrschen.

Das Stift Dürnstein fasziniert uns ebenfalls sehr – der blaue Turm der Stiftskirche an der Donau ist weltbekannt. Aber auch die alten, gepflegten Häuser an den gepflasterten Strassen und die Burgruine hoch oben ziehen uns in ihren Bann. Hier wurde der englische König Richard Löwenherz von 1192 bis 1193 gefangen gehalten.

Wir besuchen noch etliche andere Sehenswürdigkeiten: die Burgruine Aggstein, das Schloss Schönbühel, die Kartause Aggsbach, die Donauwarte bei Krems sowie die grosse Pfarrkirche und das Schloss in Spitz, wo wir logieren.

Die Wachau steht aber nicht nur für eine wunderbare Natur und prachtvolle Kultur, sondern auch für sinnlichen Genuss. Das Donautal zählt zu den renommiertesten Weinregionen Österreichs. Vor allem Grüner Veltliner und Riesling werden hier produziert. Zusammen mit Freunden aus Wien besuchen wir einen typischen Heurigen. Und ein Marillenkuchen zwischendurch darf natürlich auch nicht fehlen. Deren Blütezeit übrigens haben wir wieder mal verpasst – die war kurz vor unseren Ferien.

Weshalb wohl sind wir jedes Mal fasziniert von der Wachau? Vielleicht ist es nicht nur deren Schönheit, sondern auch die Art, wie hier Zeit sichtbar wird. In den Mauern, die nicht erneuert, sondern bewahrt werden. In den Reben, die Jahr für Jahr tragen, ohne Eile. In der Bewegung der Donau, die alles verbindet und nichts festhält.

Wir fühlen hier wirklich eine Entschleunigung. Kein Spektakel, keine Hektik, einfach ein anderes Tempo. Eines, das nachklingt und uns bestimmt wieder zurückführen wird an diesen herrlichen Flecken Erde.