«Komplikations» im Veka: Wo Elektropunk unter die Haut geht

Pralinen, Diamanten und Lucky Luke: Belgien hat ganz schön was zu bieten. Doch bei Leckereien und Comics ist noch lange nicht Schluss. Das flämisch-wallonische Königreich kann auch auf seine musikalischen Schöpfungen mächtig stolz sein. So etwa auf die dreiköpfige Band «Komplikations». Und keine Angst: Alen, Synth Lio und Ben Plastic, wie sie sich nennen, sind weder schwierig, noch kränklich. Stattdessen sind sie bekannt und werden geliebt für ihren direkten, knallharten Elektropunk. Und eben dieser wird kommenden Samstag im Veka in Glarus gespielt.



Seit 2011 steht das starke Trio auf der Bühne. In der Fachpresse werden die «Komplikations» regelrecht in den Himmel gelobt. Es wird von «Erleuchtung» und «Synth-Punk-Gewitter» gesprochen. Offenbar liegen die Kenner absolut richtig. Die Bandmitglieder haben beschlossen, ganz ohne Gitarren auszukommen. Und ihr Konzept geht voll auf: Ausgestattet mit Schlagzeug, Synthesizer und einer bombastischen Stimme am Mikrofon lassen sie ihr Publikum vergessen, dass Gitarren überhaupt existieren.

Die drei Jungs holen ihre Inspiration bei US-Westküstenbands der 70er und lassen das Beste aus «Screamers», «Units» und «Metal Urbain» in ihren Sound einfliessen. Dies kombinieren sie mit ihren eigenen Kreationen und packen noch eine geballte Ladung Energie drauf. Dabei ergibt sich dann eine elektrisierende Mischung, die das Publikum in einen tranceartigen Zustand versetzt. Ihr Stil ist rau, minimalistisch – einfach überwältigend. Hat man einen Song gehört, so will man mehr. Und mehr und mehr und mehr. Suchtgefahr vorprogrammiert.

Ein Allgäuer ist nicht genug

Ebenso elektrisierend geht der Abend mit dem DJ-Set «Der heisse Kanal» weiter. Zwei Allgäuer, die mit ihrem Sound Geschichten vom Gestern und vom Heute erzählen. Alles, was sie dazu brauchen, ist etwas dreckigen Blues, reduzierten Pop, minimalistischen ColdWave und ganz besondere Raritäten aus ihrer Schatztruhe. Was sie damit machen, sprengt den Rahmen des Vorstellbaren. Wenn sich ihre Platten erst einmal drehen, dann tun die Leute dasselbe auf dem Parkett. Bis zum letzten Ton.

An diesem Abend sollten sich auch die Couch Potatoes aufraffen. Denn diesmal wird statt in der heimeligen Stube im Veka zartbittere belgische Schokolade namens «Komplikations» serviert. Und für die ganz Süssen unter allen Besuchern gibt’s mit dem DJ-Set «Der heisse Kanal» ein Dessert nach dem Dessert. Ab 21.30 Uhr geht’s im Veka, dem musikalischen Schlemmerparadies, los.