Konzert des Alphorn-Trios Dreiholz und David Kobelt, Orgel

Mit Alphornklängen vom Feinsten und dazu passenden Orgelwerken unterhielten das Alphorn-Trio Dreiholz und David Kobelt, Orgel, das zahlreich in der Glarner Stadtkirche erschienene Publikum hervorragend.



(Bilder: zvg)
(Bilder: zvg)

Alphornklänge lassen (fast) niemanden unberührt und schon gar nicht, wenn sie von Könnern in einem akustisch so herrlichen Raum wie der Glarner Stadtkirche erklingen. Mit ihren durch die ganze Kirche rollenden Alphörnern schufen die drei einheimischen Musiker Michi Frepp, Heiri Trümpy und Mario Blaser von Anfang an eine schöne Stimmung, die während den ganzen eineinhalb Stunden, die das Konzert dauerte, anhielt. Begrüsst wurde das Publikum durch Katharina Knöpfle von der Veranstalterin des Abends, der Reformierten Kirchgemeinde Glarus-Riedern.

Was folgte, waren einerseits traditionelle, stimmungsvoll vorgetragene Alphornstücke wie «La Youtse» und «Ranz des vaches», arrangiert von Anton Wicky oder Hans Jörg Sommers bekannter «Moosruf», andrerseits herrliche Werke und Arrangements aus der neueren Alphornliteratur, mit denen unter vielen andern der in Basel wohnhafte Balz Streiff und der in Berlin lebende Andreas Frey die traditionelle Alphornmusik auffrischen. Besonders gefielen dabei Balz Streiffs «Hundschaib» mit seinen schrägen Klängen und Rhythmen und die originelle, sehr rhythmische Komposition «Auf der Suche» von Andreas Streiff. Die Pausen, die dadurch entstanden, dass die Musikanten in Ausnützung der Akustik im Kirchenraum teilweise nicht nur im Chor der Kirche, sondern auch auf der Empore auftraten, benutzten die drei Musiker für launige Informationen über sich selbst und rund um das Alphorn. Heiri Trümpy und Michi Frepp zeigten sich im «Freiburger Kuhreigen» und in «Lueged vu Berg und Tal» auch stimmgewaltig und Mario Blaser überzeugte mit gekonnten Improvisationen auf dem Büchel, mit denen auch er die Akustik der Kirche geschickt ausnützte.

Ergänzt wurden die Alphorn-Auftritte durch zum Programm passende Stücke, die David Kobelt virtuos auf der Orgel der Stadtkirche spielte. Nebst einem eindrücklichen musikalischen Gewitter war die Gestaltung von «Drei lustige Stücklein», komponiert von Christoph Kobelt, ein musikalischer Hochgenuss. Eine packende Aufführung bildeten drei Teile aus der berühmten Alphornmesse für Orgel und Alphorn von H.J. Sommer.

Besonders erwähnt werden dürfen die zwei Kompositionen von Michi Frepp, die zum Programm gehörten. Mit «Gaillarde» ist ein sehr gefälliger Nachkomme der höfischen Tänze aus dem Mittelalter entstanden und unter dem Titel «Chli schräg» eine originelle Kombination von Flügelhorn und Alphorn.

Mit dem Alphorn-Klassiker «Uf dr Bänklialp» als Zugabe verliessen die drei Alphorn-Spieler mit ihren rollenden Alphörnern die Bühne unter wohlverdientem grossem Applaus.