Kugelfänge Glarus Nord: Altlastensanierung abgeschlossen

Von 2014 bis 2016 wurden in der Gemeinde Glarus Nord 12 Kugelfänge aufgrund starker Schwermetallbelastungen saniert. Das Gesamtprojekt konnte im Juni 2016 frist- und budgetgerecht abgeschlossen werden.




Im Jahr 2010 hat die Gemeinde Glarus Nord das Geologie- und Umweltbüro magma AG aus Glarus zusammen mit der Umtec AG aus Hombrechtikon die Schwermetallbelastungen von 12 Kugelfängen im Gemeindegebiet untersuchen lassen. Dabei zeigte sich, dass über die vielen Jahre des Schiessbetriebs mindestens 100 Tonnen Blei und 5 Tonnen Antimon (Arsen-ähnliche, sehr giftige Substanz) in die Kugelfänge gelangt sind.

Angesichts der von der grossen Schadstoffmenge ausgehenden Gefährdung von Boden und Grundwasser verfügte die Abteilung Umweltschutz und Energie des Kantons Glarus die Sanierung aller untersuchten Kugelfänge. Dazu beauftragte die Gemeinde Glarus Nord, Ressort Sicherheit, im Herbst 2013 die magma AG mit der Gesamtprojektleitung der Sanierungen. Aus der Submission des zweigeteilten Projekts ging zweimal die Trümpi AG aus Mitlödi als erfolgreiche Bieterin hervor. Alle Transporte und die Entsorgung erfolgten durch deren Subunternehmerin Eberhard Recycling AG, Kloten ZH.

Im ersten Teilprojekt wurden im Herbst 2014 die stillgelegten Kugelfänge 50 m und 300 m Schneisigen (Näfels), 50 m Beresina (Näfels), 300 m Müsli (Oberurnen), 50 m Meerenbach (Mühlehorn) und 300 m Schwändeli (Obstalden) durch Aushub und Entsorgung saniert. Dabei wurden auch alle Zeigerstände entfernt. Es fielen rund 2500 Tonnen Aushub mit Sonderabfallqualität an, die etwa hälftig deponiert resp. behandelt wurden. Im zweiten Teilprojekt wurden ab Herbst 2015 sechs weitere Kugelfänge saniert: 25 m, 50 m und 300 m Fennen (Niederurnen), 300 m Obere Allmeind (Bilten), 300 m Feldbach (Mollis) und 50 m Sulz (Mollis). Dabei fielen insgesamt 5100 Tonnen Aushub mit Sonderabfallqualität an, wovon etwa ein Drittel behandelt und der Rest deponiert wurde. Die Gesamtkosten liegen knapp unter den von der Gemeinde budgetierten 2 Mio. Franken, abzüglich der Subventionen von Bund und Kanton verbleiben zulasten der Gemeinde voraussichtlich Kosten von 600 000 Franken.

Die Strategie der Gemeinde, die Arbeiten zu bündeln, hat sich bezahlt gemacht. Projektleiter Eike Kreikenbaum, magma AG: «Bei 10 bis 12 einzelnen Sanierungen über viele Jahre wären wahrscheinlich um rund 300 000 bis 400 000 Franken höhere Kosten angefallen und die Arbeiten stünden erst am Anfang.» Der zuständige Gemeinderat Ruedi Schwitter (GLP), Ressortleiter Sicherheit, zeigt sich ebenfalls zufrieden: «Es freut mich sehr, für dieses budget- und fristgerecht ausgeführte Projekt verantwortlich gewesen zu sein, alle Beteiligten haben vorbildlich zusammengearbeitet.»