Kulinarik und Literatur

Die Verantwortlichen von «Kulturzyt», damit auch von Baeschlin Bücher luden zu einem willkommen besonderen Anlass ein.



Kulinarik und Literatur

Begrüsst wurden alle von Catherine Etter, initiative und kreativ tätige Organisatorin. Die angekündigte Vermischung versprach Spannendes. Catherine Bissegger verfasste den Krimi «Goldküste», den ersten Fall für Harder & Santi; Esther Rein beschrieb mit dem Titel «Neu-Oerlikon» einen Fall für Morel und Mike Mateescu, befasste sich mit «Hardbrücke» mit dem ersten Fall für Danica Troy. Sie lasen Ausgewähltes aus dem jeweiligen Krimi und berichteten über die Entstehung der verschiedenen Geschehnisse. Bewusst wurden Zürich und die Goldküste gewählt. Bereitwillig wurde erzählt, wie unterschiedlich gearbeitet wird, bis alles so geschildert ist, wie es als druckreif empfunden wird. Es wurde auf die wertvolle Begleitung aus dem Lektorat und die Sichtung des Manuskripts durch Erstleserinnen und -leser aus dem Freundes- und Familienkreis hingewiesen. Zwischen den Lesungen wurde man mit Köstlichkeiten aus der «Trigonella»-Küche verwöhnt. Selbstverständlich konnte man am Büchertisch den einen oder anderen dieser Zürichsee-Krimis erwerben.

Esther Rein las zu Beginn aus «Hagenholz»

Die Autorin machte mit der Kehrichtverwertungsanlage «Hagenholz» und einem Mordfall vertraut. Es ist der zweite Fall für Kommissarin Delphine Morel, Sie bleibt in jeder Beziehung hartnäckig. Im «Hagenholz» wird eine Leiche entdeckt. Um wen handelt es sich? Zwei Welten stehen sich in diesem Krimi gegenüber. Es sind die stinkenden Abfallberge und Szenen aus der Couture-Welt. Zudem beschert Morels Mutter diverse Probleme. Es geht enorm wirblig zu und her.

Catherine Bisseggeger entführte an die Goldküste

Im August 2022 brannte in Küsnacht bei Zürich ein Flarzhaus nieder. Es finden sich zwei verkohlte Leichen. Im ersten Fall für die Ermittler Nadine Santi und Yves Harder beginnt die mühsame Spurensuche. Der eine Tote ist Philipp Kernen. Gartenarchitekt und Besitzer des Flarzhauses. Wer ist der oder die zweite Tote? Ist es Anna, die sich für ein Schweigeretreat an den Thunersee begeben hat und nicht zurückkehrte? Eric Cerny, renommierter Wirtschaftsanwalt, in Stäfa wohnhaft – gab zwei Wochen nach dem Brandfall wegen seiner Ehefrau Anna eine Vermisstenanzeige auf. Santi und Harder befassen sich mit Forderndem, enorm Mühsamem in dieser, wie es auf der hinteren Umschlagseite geschrieben steht – Entflammten Wut am Zürichsee. Inniges, Ersehntes, heftiges Argumentieren, Liebesaffären, Sehnsüchte, Träumereien und anderes gehören zu diesem Krimi.

Die Autorin erwähnte, wie sie zu diesem Inhalt gekommen ist, wie sie von der Umgebung fasziniert war.

Die Hardbrücke und deren Umgebung

Mike Mateescu hat sich Hochdramatischem und zwischenmenschlich enorm Konfliktreichem verschrieben. In einem Hochhaus bei der Hardbrücke geht es gar wild und gewalttätig zu und her. Ein ehemaliger Mieter will sich aus verschiedenen Gründen an der neuen Besitzerin rächen. Sharona Löw ist Erbin der Immobilie. Sie plant, Bestehendes abzureissen und Luxuswohnungen zu erstellen – unerschwinglich für jene Mieterinnen und Mieter, die darin wohnten. Der Täter geht mit enormer Gewalt vor. Er hat das Abbruchobjekt mit Sprengstoff präpariert und gleichzeitig mehrere Personen als Geiseln genommen. Darunter ist auch Daniela Troy von der Kantonspolizei Zürich. Sie ahnt nicht, wie radikal der Täter handeln will.

Es geht inhaltlich um heftige Gespräche, Vermutungen, Anfeindungen, Verunglimpfungen, Kränkungen aller Art, Verletzendes. Mateescu spart nicht mit einschlägigem Vokabular, mit Direktheiten aller Art. Da kommen beispielsweise die «verhipsterte Gartenwirtschaft»; der «schmächtig, übellaunige Endzwanziger»; der «Verschwörungsschwurbler»; «moralisch verrottet»; «Pariser Mischungs aus faulen Eiern, veganem Hackfleisch und Körperparfüm nach Discoschluss»; «psychoaktive Heilkräfte»; ein Schuss «der durch die Luft faucht»; «pseudoautoritäres Gehabe»; ein «kollabierter Hauseingang» und anderes vor. Klarheit und Direktheit sind riesig, wirken sich aufs Lesevergnügen entsprechend aus. Alles geschieht inmitten eines Jahrhundertgewitters, korrespondiert mit dessen Heftigkeit. Er schreibt vom Ausnahmezustand in der Zwinglistadt. Er führt in ein zuweilen enorm hektisches Geschehen ein. Der Autor erzählte aus seinem Leben, das eine grosse Bewegtheit aufweist.

Fragen und Ausklang

Von Autorenseite wurde erläutert, in welcher Weise erarbeitet wird, was die Zusammenarbeit mit dem Verlag und dem Lektorat bedeutet, wie gross der zeitliche Aufwand oft ist, bis der Inhalt so gewachsen ist, wie es erforderlich ist. Man erhielt auf willkommene Art Einblicke ins Erarbeiten, in recht Persönliches der drei Autorinnen und des Autors.