Kunsthaus Glarus – die Vielfalt an Begegnungen

Gegenwärtig lädt das Kunsthaus zu einem in seiner Art einzigartigen Begegnen ein. Kunstschaffende mit Nachnamen ab R bis Z wurden zum Präsentieren ihres zumeist aktuellen Schaffens eingeladen.



Es kam zu einer Vielfalt, die inhaltlich anspricht und gerade deshalb zum Besuch einlädt. Es sind Gegenständliches, Kunstvolles, ästhetisch Vollkommenes, Keckes, stürmisches Spiel mit Farben, Auskomponieren des Bildinhaltes, innere Abgestimmtheit, spürbares Suchen, naive Malerei, absolut kreative Momente und gestalterische, zuweilen eigenwillige und überzeugende Sorgfalt von 40 Kunstschaffenden einsehbar. Eine derartige Vielfalt mit stark Gegensätzlichem macht den Besuch attraktiv, lädt zum Verweilen vor dem einen oder anderen Bild ein, führt vielleicht zum Vergleichen, weckt Zustimmung, Schmunzeln, Unverständnis, Bewunderung, Staunen.

Das Ausstellungskonzept birgt Besonderheiten. Beispielsweise kann eine Karte mit dem Namen des besonders herausragenden Künstlers in eine bereitstehende Kartonbox geworfen werden. Führungen sind auf Anfrage möglich. Auf den 16. Januar ist der sogenannte «Lange Abend» samt Künstlergespräch mit KARIEL und der Verleihung des Publikumspreises festgelegt. Damit erfolgt ein gewiss vertiefendes Auseinandersetzen.

Der Fokus-Preis 2013 wurde vom Glarner Kunstverein an das Künstlerduo KARIEL (Muriel und Karri Kuoppala, *1981 in Zürich / *1976 in Helsinki, in Glarus lebend) vergeben. Beide sind in der Malerei fest verankert. Die im Schneelisaal präsentierten Werke beeindrucken einerseits durch ihre Stilsicherheit, inhaltliche Klarheit, vornehm-faszinierende Formgebung und die starke den Beobachter einnehmende Ausstrahlung. Muriel Kuoppola zeigt drei abstrakte aus geometrischen Elementen gefügte Bilder. Von Karri Kuoppola stammen drei starke indianische Frauenporträts, die Stolz, Strenge, Hingabe in faszinierender Gesamtheit vereinen.

Der diesjährige Fokuspreis ging an Urs August Steiner

Sein Bild wirkt auf den ersten Blick unscheinbar, unaufgeregt, mit strengen, klaren Abfolgen geometrischer Elemente. Diese Arbeit trägt den Titel: «You Talkin` To Me? und ist irgendwie als «Tonbild» zu verstehen. Der Künstler hat eine Szene von Martin Scorseses Film «Taxi Driver» – sie besteht aus einem von Robert De Niro gesprochenen Satz – mithilfe einer Software in eine grafische Darstellung überführt. Damit wird Steiner eine Einzelausstellung ermöglicht.

Dass daneben andere Bilder und deren Künstler in den Hintergrund gerückt würden, trifft in keiner Weise zu. Man begibt sich von Moment zu Moment, verharrt, sucht, vergleicht, geht weiter, um doch wieder zurückzukehren. Das ist der Reiz des Verweilens, des Aufnehmenkünstlerischer Botschaften, die verschiedener nicht sein könnten. Es würde den Rahmen jeder Besprechung sprengen, auf den einzelnen Künstler und dessen Gestalten einzugehen.

Mit dem Hervorheben einiger Bilder wird man wieder andern nicht gerecht. Und trotz diesem Einschränken sei – vielleicht gar willkürlich anmutend – auf Jacy Schrepfer – Silvas naive Malerei aus Salvador; Rebekka Reis-Stägers auffällig besondere Stühle und die Marionetten; Susan Stauffachers wilde, urwüchsige ungegenständliche schrille Kompositionen; Mirko P. Slongos Tierwelt im Shopping Center und auf Christa Wiedenmeiers verspielte, kleinformatige Horizonte und Landschaften kurz eingegangen.

Die Ausstellung ist bis 18. Januar jeweils Dienstag- bis Freitagnachmittag ab 14.00 bis 18.00 Uhr, an den Wochenenden ab 11.00 bis 17.00 Uhr geöffnet. Das Kunsthaus befindet sich im Volksgarten, unweit des stattlichen Bahnhofs im Hauptort. Infos sind unter www.kunsthausglarus.ch abrufbar.