Kurs zum Advent

Die beiden Landeskirchen luden kürzlich alle Religionslehrpersonen und die Mitarbeiter/-innen in der freiwilligen kirchlichen Arbeit zu einem RPP-Kurs zum Thema Advent ein. RPP – was heisst das?, fragte ich mich zuerst.



So sieht der von den Kursteilnehmerinnen gelegte Adventskranz aus. (Bilder: g.menzi) Das Bild «Licht» leuchtet bis in die kommende Adventszeit.
So sieht der von den Kursteilnehmerinnen gelegte Adventskranz aus. (Bilder: g.menzi) Das Bild «Licht» leuchtet bis in die kommende Adventszeit.

Die Kursleiterin Hildegard Oertli, Wetzikon, lüftete nach der Begrüssung das Geheimnis. RPP heisst Religionspädagogische Praxis und aus und für die Praxis war der Kurs, der die Teilnehmerinnen an diesem Samstagmorgen im Fridolinsheim erleben durften. In der Religionspädagogischen Praxis wird das Tun «Anschauung» genannt. Sie beinhaltet eine Begegnung mit allen Sinnen, mit Aug und Ohr, mit Geruchs-, Geschmacks- und Tastsinn, mit dem ganzen Körper. Eine Lektion in der RPP wird in drei Schritte gegliedert. In die Eröffnungs-, Begegnungs- und Gestaltungsphase. Eine Vielfalt von Gegenständen liegen bereit, Tücher in allen Farben und Materialien. Kleine Körbe, gefüllt mit allem was das Herz begehrt, in vielfältigen Formen und Farben, aus der Natur, selber gemacht und zusammengetragen. In der Eröffnungsphase wird ein Bild entwickelt, das sich in der Mitte des Teilnehmerkreises befindet und dadurch seine Aufmerksamkeit auf sich lenkt. Es weckt Neugierde, Erwartungen, Spannung und gibt Anlass zu vielen Vorstellungen. Solche Bilder kommen dem kindlichen Drang von Bewegung und Handeln entgegen. Es lockt die Sprache hervor und vermeidet, dass eine Sache zerredet wird, bevor sie richtig in Augenschein genommen wurde. Die Begegnungsphase meint die Begegnung mit dem Gegenstand selbst, sei er aus der Natur, eine Geschichte mit deren Inhalt und ihren Bildern oder bei einem Lied mit Melodie und Text. Begegnungsformen sind das Anschauen mit allen Sinnen, bei Gegenständen auch das Berühren, Tragen, Schmücken. Über den Gegenstand treten die Kinder, durch leises Berühren und Weitergeben, auch in verschiedener Weise in Beziehung untereinander. Die Gestaltungsphase vertieft im Ausdruck den Eindruck. Beim Gestalten mit Legematerial können die Kinder ihre Eindrücke und Empfindungen dreidimensional ausdrücken. Dabei wird sichtbar, wie lebendig das geistige Leben des Einzelnen ist, wie geordnet oder ungeordnet. Anhand von Beispielen zum Adventskranz, zu Licht und Stroh wurden die Kursteilnehmerinnen kreativ und legten die verschiedensten Bilder, das jedes in sich zu einer Einheit wurde. Ein spannender, interessanter Kursmorgen ging viel zu schnell vorbei und hat viele Ideen für die Praxis vermittelt.