Zu Beginn der Landratssitzung ersuchte Landratspräsident Richard Lendi die Ratsmitglieder mit Rücksicht auf die Tribünenbesucher und der Medienvertreter, die im Rücken der Räte platziert sind, ihre Voten laut und deutlich vorzutragen. Dies auch im Sinne einer ausführlichen und korrekten Berichterstattung. Aus Mangel an zur Behandlung vorliegenden Geschäften fällt die Landratssitzung vom 10. November aus. Lendi wies aber darauf hin, dass die Sitzung vom 24. November möglicherweise den ganzen Tag dauern könnte. Für Landrat Hans Schnyder (SVP Netstal) war es die letzte Sitzung, er hat auf Ende Oktober den Rücktritt aus dem Rat erklärt und er wurde vom Ratspräsidenten mit dem Besten Dank verabschiedet.
Ausserordentlicher Kantonsgerichtspräsident
Wie Kommissionspräsident Matthias Auer erklärte, bezeichneten sich die beiden Kantonsgerichtspräsidenten Marco Giovanoli (Strafkammer) und Andreas Hefti (beide Zivilkammern) gegenüber den Beklagten in Sachen Glarner Kantonalbank als befangen. Aus diesem Grund wollten beide den Prozess, bei dem es um 38 Millionen Franken geht, nicht selber führen. Deshalb beantragten Giovanoli und Hefti in diesem speziellen Fall die Einsetzung eines ausserordentlichen Gerichtspräsidenten. Der Fall werde sicher stark im Blickpunkt der Bevölkerung stehen und müsse «nach allen Regeln der Kunst» durchgezogen werden. Deutlich stellte sich die Kommission hinter den Vorschlag von Giovanoli, und Hefti schlug vor, den Zürcher Bezirksrichter lic. iur. Fritz Häcki mit dieser nicht leichten Aufgabe zu betrauen. Ohne Diskussion wurde Häcki in geheimer Wahl mit 47 von möglich 49 Stimmen gewählt.
Netto für Brutto
«Bodenständig» bezeichnete Kommissionpräsident das aussergewöhnliche Thema «Ressourcenprojekt zur Verminderung der Ammoniakemission aus der Landwirtschaft». An diesem Projekt möchte sich der Kanton Glarus mit 530 000 Franken über die nächsten sechs Jahre beteiligen. Die Gesamtkosten belaufen sich auf 2,38 Mio. Franken, wovon der Bund bei Annahme des Projektes 80 Prozent übernimmt. Das Projekt verlangt ein Hofdünger-Management, den Austrag der Gülle mittels Schleppschlauch. Dadurch gelangt die Gülle direkt in den Boden und die bisher bekannte, aber nicht unbedingt immer geliebte Geschmacksemission kann dadurch massiv reduziert werden. Sehr zum Wohle der Glarner Bevölkerung. Die Kommission war mit dem Vorschlag der Regierung einverstanden, dass der Landrat lediglich über den Kantonsbeitrag von 530 000 Franken entscheiden soll. Mit diesem Vorgehen muss nicht die Landsgemeinde über den gesamten Beitrag von 2,338 Mio. Franken entscheiden. Wie Regierungsrätin Marianne Dürst erklärte, wird dieses Projekt vom Bundesamt für Landwirtschaft in Bern geprüft und gelangt erst nach dessen Zustimmung zur Ausführung.
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