Kurzanleitung für Glück und Erfolg

Die frühere Handballerin, Moderatorin und Sportmanagerin Karin Weigelt zaubert mit ihrem Gast-Vortrag zu den Parallelen zwischen Leistungssport und Unternehmertum positive Stimmung in die HV. Diese verabschiedet die Agenda ohne Wortmeldungen und fordert unter den Augen der Regierungsräte Marianne Lienhard und Thomas Tschudi von der Politik Massnahmen für mehr Fachkräfte und flüssigeren Verkehr.



Präsident Josef Kubli führt durch die Verbandsgeschäfte des Glarner Gewerbeverbandes (Bilder: ernst willi)
Präsident Josef Kubli führt durch die Verbandsgeschäfte des Glarner Gewerbeverbandes (Bilder: ernst willi)

Karin Weigelt packt bei ihrem Auftritt die Anwesenden mit einer Anleitung, wie man in einer Kontaktsportart wie Handball oder als Unternehmer Glück und Erfolg erreiche. Dafür brauche es mit «Selbstbewusstsein», «Sprache» und «Selbstvertrauen» drei Faktoren, die man mit der Fähigkeit, Selbstzweifel, Verletzungen, Enttäuschungen und Existenzangst zu überwinden, kombinieren solle. Ergänzt werden sollte dies mit der Fähigkeit, sich zu fokussieren.

Erfolgsrezepte beim «Kampfsport mit Ball»

Selbstbewusstsein beginne mit Körpersprache. Karin Weigelt liefert Beispiele, wie man sich etwa bei einem Vortrag vor Publikum in den Raum stellen oder sich bei Verhandlungen hinsetzen solle. Worauf ein Ruck durch das Publikum geht und der «Glarnerhof»-Saal sich sogleich mit «Selbstbewusstsein» bis an die Stuckdecke füllt. Weigelt verstärkt ihre These mit sprachlichen Beispielen, wie man als Sportmannschaft mit positiven Gedanken sein «Mindsetting» beeinflusse. Ein «sehr gut gemacht» sei dem typisch schweizerischen «nicht schlecht, aber …» in seiner psychologischen Wirkung überlegen.

Mehr Fachkräfte, flüssigerer Verkehr

Gewerbeverbands-Präsident Sepp Kubli wendet sich an die Glarner Regierung. Das Gewerbe brauche griffige Massnahmenpakete wie Innovations-Förderung, Bildungsprogramme oder Exportförderung «für mehr Fachkräfte» oder gut funktionierende Strassen «für flüssigeren Verkehr im Kanton» (im Sinne Karin Weigelts nicht «gegen den Fachkräftemangel» oder «gegen den Querspangen-Stau»).

Das Gewerbe leide unter der Bürokratie, unter bevorstehenden Belastungen wie der 13. AHV-Rente oder zu günstig zugänglichen Studiengängen an Schweizer Spitzen-Universitäten. Diese machten den dualen Bildungsweg mit einer handwerklichen Berufslehre unattraktiver. Gleichzeitig lobt er die gute Zusammenarbeit mit Regierung und Wirtschaftskammer.

Massnahmen ergreifen, nachjustieren

Regierungsrat Thomas Tschudi bedankt sich für die Unterstützung seiner Kandidatur durch Gewerbeverband und Wirtschaftskammer, stellt anderseits für eine Verbesserung der Verkehrslage Massnahmen und falls nötig deren Nachjustierung in Aussicht. Er ruft auf, wenn möglich andere Verkehrsträger zu nutzen, um die Hauptachse für die Wirtschaft und das Gewerbe frei(er) zu halten.

Einschätzung der Glarner Wirtschaft

Marianne Lienhard schätzt die Situation der Glarner Wirtschaft bei Vollbeschäftigung «verhalten-positiv» ein. Exportorientierte Unternehmen spürten zwar die turbulente politische Lage, grundsätzlich hätte sich die Situation aber dank sich normalisierender Energie-Versorgung etwas entspannt. Sie stellt die Weiterführung der liberalen Wirtschafts-Politik in Aussicht und betont das Engagement des Kantons bei den Initiativen zur Förderung von Fachkräften und ihrer Ausbildung.

Finanzen und Wahlen

Die Agenda der Gewerbeverbands-HV wird ohne Diskussionen abgearbeitet. Dazu gehört die Ergänzung des neunköpfigen Vorstandes durch Hans Rhyner, der Peter Schnyder ablöst, welcher zehn Jahre lang dem Vorstand angehörte. Die Mitgliederbeiträge der rund 300 angeschlossenen Verbands-Mitglieder oder die stabile Finanzlage, die von Kassier Albert Fischli samt Budget präsentiert wird, liefern keinen Gesprächsbedarf. Sepp Kubli entlässt die hungrig gewordene Versammlung mit dem Aufruf, sich an der Glarner Messe 2025 dem Verband aktiv anzuschliessen, in das vom «Glarnerhof»-Team flink servierten Nachtessen.