Landesarchiv digitalisiert Fotosammlung und startet Crowd-Sourcing

Das Landesarchiv des Kantons Glarus stellt tausende Fotografien online. Die Öffentlichkeit kann sich beteiligen und Wissen zu den Bildern ergänzen.




Wer schon einmal nachgefragt hat, kennt die vielen Alben mit Fotos zum ganzen Kantonsgebiet im Landesarchiv. Man findet darin Bilder von Häusern, Dörfern, Landschaften, von Festivitäten oder Naturkatastrophen. Das Landesarchiv digitalisiert jetzt seine Sammlung von Fotografien und Postkarten. Im dafür eingerichteten Digi-Lab wird mit hochwertigem Scanner und einer Repro-Kamera von jeder Abbildung eine Datei und ein Beschrieb erstellt. Die Foto-Dateien können in niedriger Auflösung online durchsucht oder einige davon in hoher Auflösung beim Landesarchiv bestellt werden. Wer zu einem Foto mehr weiss, kann einen Kommentar senden.

Ohne Digitalisierung droht Zerfall

Die Sammlung stammt hauptsächlich aus der Tätigkeit des früheren Kunstdenkmäler-Inventarisators Jürg Davatz und von der kantonalen Denkmalpflege. Wenn die Denkmalpflege ein Objekt abklärt oder sich der Architekt für die Geschichte eines Hauses interessiert, werden historische Fotos relevant für die tägliche Arbeit. Auch Verlage benötigen Bildmaterial zur Illustration von Büchern, und Private arbeiten mit den Fotos zu ganz unterschiedlichen Themen. Weil alle Fotos auf verderblichen Trägermaterialien basieren, droht der Sammlung langfristig der Zerfall. «Digitalisierung macht die Fotos nicht nur online sichtbar», sagt Landesarchivar Fritz Rigendinger, «sondern sichert deren Informationsgehalt auch für künftige Interessenten.»

Die fachgerechte Archivierung von Fotografien gehört zu den aufwändigsten Aufgaben im Archiv. Die Fotos nützen nur, wenn man gezielt Motive auswählen kann. Verzeichnungen in Textform geben zwar Hinweise, aber für die Auswahl braucht es die Bilder zum Durchsehen. «Deshalb stellen wir Snapshots in eine Mediendatenbank, die hochaufgelösten Dateien auf einen Langzeitarchivserver und die analogen Originale lagern im Kulturgüterschutzraum», erklärt Archivinformatiker Martin Jenny.

Informationen aus der Nutzer-Community

Das Landesarchiv scannt die Abzüge und erstellt TIFF-Dateien. Für Negative und Diapositive braucht dauert der Scanvorgang sehr lang. Darum legt die Bearbeiterin diese auf einen Leuchttisch und fotografiert sie mit einer am Stativ befestigten Profikamera mit Makroobjektiv. Im September entstanden so 1000 von geplanten 20 000 Repros. Die Ergebnisse des Projektstarts können auf media.gl.ch unter Landesarchiv eingesehen werden. Dort können zu einzelnen Bildern Kommentare angebracht werden. Ziel des Crowd-Sourcings ist es, die oft fehlenden oder minimalen Angaben zu vielen Bildern mithilfe der Nutzergemeinschaft zu ergänzen. Wer also etwas zu einem Motiv, dem Jahr oder zum Fotografen weiss, kann das direkt dem Landesarchiv mitteilen. Der Blick in die digitalisierte Bildersammlung lohnt sich immer wieder, denn die online präsentierte Sammlung wächst stetig an.