Landrat für Sanierung des Freulerpalastes und mehr Geld für den Tourismus

Im zweiten Teil der ganztäigen Sitzung des Landrats wurden vor allem die Themen Sanierung Freulerpalast, Unterführung Bahnhof Näfels-Mollis sowie Tourismusfonds positiv beraten.




Am letzten Mittwoch mussten die Landräte nach dem Mittag nochmals im Rathaus in Glarus antraben, denn noch standen gehaltvolle Themen auf der langen Traktandenliste. Der Auftakt machte der Kantonsbeitrag für die baulichen Massnahmen im Freulerpalast sowie eine Beteiligung an die Erneuerung der Textildruckausstellung. Von allen Fraktionen waren die Bedeutung und der Wert des historischen Gebäudes und des darin befindlichen Museums des Landes Glarus unbestritten. Wie Regierungsrat Benjamin Mühlemann es auf den Punkt gebracht hat: «Ein Museum ist das einzig richtige in diesen Gemäuern; und der Erhalt ist auch eine Aufgabe des Kantons.» Als einziger Wermutstropfen brachte Regula Keller ein, dass auf die Installation eines Liftes verzichtet wurde. Dies wäre aber auch aus Heimatschutz-Sicht eine grosse Herausforderung zu einem sehr hohen finanziellen Preis geworden. Auch, dass die Textildruckausstellung nach rund 30 Jahren den heutigen Bedürfnissen und Ansprüchen angepasst werden muss, war im Rat unbestritten. Grossmehrheitlich wurde somit dem Antrag von Regierung und Kommission für einen Kantonsbeitrag von maximal zwei Millionen an die baulichen Massnahmen sowie einen Beitrag von einer halben Million für die Textildruckausstellung zugestimmt. Abschliessend wird hier die Landsgemeinde in diesem Mai darüber befinden. Bei einem positiven Entscheid sollen dann die Arbeiten im Frühling 2022 abgeschlossen sein.

An der letzten Gemeindeversammlung haben die Stimmbürger von Glarus Nord einer Personenunterführung beim Bahnhof Näfels-Mollis für rund sieben Millionen zugestimmt. Die Gemeinde hat daraufhin dem Kanton einen Antrag für eine Beteiligung an das Projekt gestellt. Begründet wurde dies, dass auch gerade wegen der vom Kanton realisierten Stichstrasse vom Autobahnzubringer nach Mollis, die Situation für den Langsamverkehr beim Bahnhof neu geregelt werden müsse. Zudem übernehme zudem der Investor des Escher-Areals auf der Molliser Linthseite zudem gut die Hälfte der Gesamtsumme. Der Regierungsrat begrüsst das Projekt, welches mit der Entflechtung die Situation bei den Bahnübergängen zwischen Näfels und Mollis so vereinfacht. Ohne einen Gegenantrag genehmigte die Versammlung einem maximalen Beitrag von 900 000 Franken.

Im Glarner Tourismus habe sich in den letzten rund zehn Jahren vieles getan, waren sich alle Fraktionen bei der Tourismusstrategie einig. Hier habe der 2008 geschaffene Tourismusfonds sicher einen gewichtigen Faktor gespielt. Wie gross dieser war, stellte in der Detailberatung Andreas Schlittler infrage. Für ihn sei nämlich aus der regierungsrätlichen Erfolgskontrolle nicht ersichtlich, welche Auswirkungen die Mittel und Massnahmen tatsächlich gehabt haben. Für die kommenden Jahre 2020–2023 beantragte der Regierungsrat jährliche Einlagen in den Tourismusfonds von 700 000 Franken. Die landrätliche Kommission beantragte dagegen eine Erhöhung auf 850 000 Franken, dies auch damit die frisch geschaffene Tourismusorganisation Visit Glarnerland nicht schon so früh um wichtige Mittel gebracht wird. Grossmehrheitlich folgte die Versammlung dieser Erhöhung. Zum Abschluss der Sitzung wurden die Motion «Anpassung Energiegesetz» überwiesen, zudem die Motion «Automatisierung bezüglich Prüfung der IPV-Anträge» als Postulat. Abgelehnt dagegen wurden die Motion «Taten statt Worte im Klimaschutz» sowie das Postulat « Kantonale CO2-Kompensationsplattform.»