«Learning to Love»

Im Anschluss an die Hauptversammlung des Kunstvereins Glarus stand eine Performance von Guillaume Pilet in der Ausstellung «Learning to Love» an.



Performance von Guillaume Pilet «Learning to Love». (Bilder: p.meier)
Performance von Guillaume Pilet «Learning to Love». (Bilder: p.meier)

Wie sich Affe und Mensch begegnen, wie Locken, Dressur, Wegflüchten zum Vertrauten, das Spiel mit umgekehrten Rollen ausfallen – der Affe nimmt das Locken, Spielen, Hinholen, das Wegschauen und Reglose auf und setzt es im Spiel mit dem langen, roten Band ein, Auswirkungen provozieren, wurde veranschaulicht. Es kamen bei den Hinschauenden Erinnerungen an Erziehende, an zwischenmenschlich Erlebtes auf. Darauf hatte Sabine Rusterholz Petko, Direktorin des Kunsthauses, mit ihrem Einführen hingewiesen. Sie erwähnte Positionen in den zu erwartenden Auftritten, sprach über Primatenforschung, Oedipus-Komplex, Dompteur, Verhaltensfragen, Ersatzmutter – weckte damit Interesse.

Im kahlen, hellen Saal liegt ein Wesen, in eine knallgelbe Hülle verpackt, offenbar schwer zu bewegen, in gewünschte Haltungen zu rücken. Der daneben stehende Mensch probiert, korrigiert, stemmt, zieht, richtet auf. Er schält das Wesen raus – es taucht ein Affe auf, der sich sofort zu einem halbhohen Körper begibt, der aus einem weissen Torso und dem Gesicht mit leuchtenden Augen besteht. Da schmiegt er sich an. Neben den zu besteigenden Sitzball hat eine halbhohe Marionette eine Rolle als lockender Spielkörper. Der Mensch, klopft an den Sitzball, fordert den Affen zum Kommen auf, ermuntert ihn, auf den Ball zu stehen. Bei jedem Versuch gelingt das besser, wirkt zunehmend befreiender – bis die Rollen drehen. Nun liegt der Mensch da, der Affe wirbelt das rote, lange Band rum, fordert zum Spiel auf. Der Mensch verweigert sich und wird weggeschleppt.