Lebens- und Berggeschichten

Die Sommerbühne im Volksgarten bringt auch in diesem Jahr kulturelle Aktivität ins Sommerloch. Die Mischung aus künstlerischen – vor allem musikalischen – Darbietungen und Filmvorführungen lockte bereits am ersten Tag zahlreiche Gäste vor den Springbrunnen im Volksgarten. In den beiden ersten Filmen nahm ausserdem das Glarnerland eine prominente Stellung ein.



Humoristisch glarnerisch: „Tiidi & Schang“ an der Sommerbühne in Glarus. (Bild: jhu)
Humoristisch glarnerisch: „Tiidi & Schang“ an der Sommerbühne in Glarus. (Bild: jhu)

Am 2. August startete bereits die vierte Sommerbühne im Volksgarten Glarus. Der von GlarusService initiierte und organisierte Anlass hatte und hat zum Ziel, das sogenannte Sommerloch mit Darbietungen einheimischer Künstler zu füllen und zu bereichern. Ein fester Bestandteil war schon im ersten Jahr eine Filmvorführung, welche mit dem Spielfilm „Anna Göldi“ auch einen starken Bezug zum Glarnerland hatte. Dies Vorführungen wurden stark ausgebaut und mit künstlerischen Darbietungen bereichert. In diesem Jahr werden insgesamt fünf Filme gezeigt und neu gibt immer ein Spezialgast eine kleine Einführung und Hintergrundinformationen.

Einer, der auszog...

Am Sonntagabend war dies niemand geringeres als die Regisseurin selber, Anita Blumer. Sie erzählte, wie sie das Thema ihres Dokumentarfilms „Jack V, Kobi“ fand und mit den betroffenen in Engi und vor allem in Amerika in Kontakt kam. Jack V. Kobi hiess eigentlich Fritz Blumer und wanderte zusammen mit einem Bruder und einem Freund bereits als Teenager im Jahr 1916 von Engi nach Amerika aus. Nach Aufenthalten in der Nähe von New Glarus und St. Louis verschlug es ihn nach Alaska. Wo er ein sehr ereignisreiches und abenteuerliches Leben führte. Von all dem bekamen seine Verwandten im Glarnerland nichts mehr mit, da Blumer den Kontakt mit ihnen bis zu seinem Tod abbrach. Er nannte sich nunmehr Jack V. Kobi arbeitete in einer Mine, war Mitglied einer Expedition und war Fischer. Gleichzeitig gründete er seine eigene Familie. Erst seine Kinder und Enkel fanden den Weg zurück ins Glarnerland und trafen dort ihre Glarner Verwandten.

Einer, der das Glarnerland nie sah...

Um die Glarner Berge drehte sich der zweite Film, die französische Doku-Fiktion „Comment Albert vit bouger les montagnes“. Die beiden Geologen Albert Heim und Marcel Betrand entwickelten anhand der Glarner Alpen jeweils unterschiedliche Theorien zur Gebirgsbildung. Heim folgerte, dass es zu zwei gleichzeitigen Faltungen kam, der sog. Glarner Doppelfalte. Die Publikation von Heim lies Bertrand und kam beim Studium vor allem der Bilder zum Ergebnis der heute anerkannten Hauptüberschiebung. Zeit seines Lebens war der Franzose jedoch nie selbst im Glarnerland und hat das Phänomen nie mit seinen eigenen Augen gesehen. Der Film schickt nun einen Wanderer genau dorthin, wo Bertrand nie war, in die Glarner Berge und vermischt meditative und nachdenkliche Filmszenen mit Dokumentbilder und Zeichnungen von Heim. Der Film deutet vieles nur an, lässt vieles offen, beeindruckt vor allem mit den starken Bildern der Glarner Landschaft. Ein eigenwilliges und nicht leicht zugängliches Werk mit dem Glarnerland, wie man es nicht jeden Tag sieht. Hierzu gab der Glarner Geologe Marc Feldmann Hintergrundinformationen.

Den künstlerischen Teil bestritten am Sonntag „Diidi & Schang“ mit Humoristischem im urchigen Glarner Dialekt und am Montag das Alphornduo Mürtschen. Die Sommerbühne läuft noch bis Samstag, 8. August. Das Programm kann auf www.glarusservice.ch abgerufen werden.