Lebensraum erhalten in Glarus Süd

Eine Gründeponie erfüllt nicht nur für Menschen einen bestimmten Zweck. Meist ist sie auch Lebensraum für Fauna und Flora. Da die Deponie Dammigen ein besonderer Ort für den Vogel des Jahres 2020 ist, taten sich die Gemeinde und der Glarner Natur- und Vogelschutzverein bei der Rekultivierung zusammen.



Die Aufhebung einer Deponie ist keine ungewöhnliche Gemeindeaufgabe. Doch bei der Deponie Dammigen schaltete sich Roland Meier vom Vogelschutzverein Glarnerland ein: «Bis vor wenigen Jahren brüteten zwischen Haslen und Betschwanden vier Neuntöter Vogelpaare. Nach Murgängen wurden die Runsen vom Waldrand bis zum Talboden stark aufgeräumt und geeignete Hecken entfernt. Dadurch verschwanden drei der vier dem Natur- und Vogelschutz bekannten Habitate. Nur in der Deponie Dammigen brütete ein Paar bis 2018.»  

Daraufhin lancierten der Glarner Natur- und Vogelschutzverein (GNV), die Gemeinde und die Kantonale Hegekommission ein gemeinsames Aufwertungsprojekt. Der Ort soll für Vögel wie der Neuntöter und weitere Tierarten aufgewertet und für die Zukunft gesichert werden.

Finanzielle und personelle Hilfe

Ursprünglich waren die Arbeiten mit Jagdlehrgängern geplant. Da coronabedingt das Stattfinden eines Lehrgangs in der Schwebe stand, sprangen elf Helfer vom Feldornithologie-Kurses des GNV ein. Die Aufwertung konnte unter Berücksichtigung der Schutzmassnahmen vorgenommen werden.

Die Helfer pflanzten eine Niederhecke mit 20 verschiedenen Dornenbüschen. Zudem erstellten sie ein Ast- und ein Steinhaufen mit integrierter Wieselwohnung sowie ein Steinbett für die Spinnen- und Käferproduktion. Die Gemeinde lieferte die dafür notwendigen Arbeitswerkzeuge und Materialien auf den Platz. Alle Pflanzen finanzierte die Hegekommission.