Lehrstunde für die Glarner Jäger

Der Glarner Jagdverein hatte kürzlich Jägerinnen und Jäger aus dem Kanton Glarus zu einem Informationsabend in die lintharena sgu in Näfels eingeladen. Mit Silvan Eugster, Kantonaler Wildhüter des Kantons St. Gallen, konnten die Organisatoren einen sehr erfahrenen und kompetenten Referenten gewinnen. Dabei erlebte die zahlreich aufmarschierte Jägerschaft eine Lehrstunde par excellence zum Thema «Weidgerechte, effiziente Jagd auf unsrer Rotwild».




«Man ist nie ausgelernt», heisst es im Volksmunde. Das sagten sich viele der anwesenden Glarner Nimrode vergangenen Mittwochabend und folgten der Einladung des Glarner Jagdvereins zu einem Informationsabend. Eröffnet wurde der Event von der Jagdhornbläsergruppe Edelweiss unter der musikalischen Leitung von Manfred Bertini. Bei seiner Begrüssung zeigte sich Präsident Fritz Stüssi sichtlich erfreut über den Grossaufmarsch seiner Vereinsmitglieder im Panoramasaal der lintharena sgu in Näfels. Einen speziellen Willkommensgruss entrichtete der Vereinsvorsitzende Dr. Dominik Thiel, Leiter Amt Jagd, Natur und Fischerei des Kanton St. Gallen. Ebenso erfreut zeigte sich Präsident Stüssi über die Anwesenheit von Dr. Christoph Jäggi, Leiter Amt für Jagd und Fischerei des Kantons Glarus, und den drei Wildhütern Marco Banzer, Michi Freuler und Sämi Gantner.

Topaktuelles Thema vor der Oktober-Jagd


Als Referent konnten die Organisatoren mit Silvan Eugster, Wildhüter des Kantons St. Gallen, und zuständig für das St. Galler Rheintal einen sehr erfahrenen, vielfältig ausgebildeten und praxiserprobten Rotwildkenner engagieren. Die hochinteressante Informationsveranstaltung in der lintharena war eine Fortsetzung mit dem Thema «Jagd auf unser Rotwild». Wie kein Zweiter kennt der Sennwalder Wildhüter Eugster die Problematik der Rotwildjagd. In seinem grossflächigen Zuständigkeitsbereich im St.Galler Rheintal hat es besonders viel Rotwild. Dank seiner langjährigen Praxis als Wildhüter und Berufsjäger (über Jahre in Bayern und Brandenburg), seinem umfassenden Wissen speziell über das Rotwild und seine Bejagung, konnte Wildhüter Eugster den Glarner Jägern kurz vor der Eröffnung der Oktober-Jagd eine einzigartige Lehrstunde über das Bejagen von Rotwild erteilen.

Vortrag mit viel Lernpotenzial


Mit grossem Interesse hörten die Glarner Nimrode auf die lehrreichen Ausführungen und Erklärungen des Referenten. Sein Referat war aufgeteilt in vier Themenbereiche. Als Erstes erklärte er die allgemeine Situation in Europa im Zusammenhang mit dem aktuellen Rotwildtierbestand. Im zweiten Punkt war von der Jagdplanung die Sprache, dritter Punkt die Einzeljagd ( eine permanente Ansitzjagd macht das Rotwild sehr vorsichtig) und als letzter Punkt die Bewegungsjagd. Eines ist Tatsache: Der Rotwildbestand wächst kontinuierlich. Konventionelle Wildzählungen, aber auch Zählungen mit Hilfsmitteln wie mit einem Super Puma der Schweizer Armee, ausgerüstet mit einer Wärmebildkamera, waren sehr hilfreich beim Erfassen des Wildbestandes. Weiter war die Sprache, dass bei hoher Wilddichte sich das Geschlechtsverhältnis zugunsten der Wildkälber (weiblich) verändert, dass ältere Stiere mehr Stierkälber zeugen oder dass starke Kühe mehr Stierkälber setzen und im Gegensatz dazu schwache Kühe mehr Wildkälber setzen. Jäger sollten nach dem Schuss mehr Geduld haben, keine zu grossen Rudel beschiessen, möglichst keine Zeugen hinterlassen und das Rotwild, welches den Jäger bereits bemerkt hat, besser nicht beschiessen! Zum Thema «Bewegungsjagden»: Diese können sehr variantenreich sein. Der Einsatz von möglichst kurzjagenden Hunden wurde als gute Möglichkeit beurteilt die jagdliche Effizienz zu erhöhen. Eine gute Ablaufplanung und entsprechende Disziplin (rasches Ansprechen, sichere Schussabgabe und guter Kugelfang) sind entsprechende Voraussetzungen für einen erfolgreichen Jagdtag. Alles in allem ein hochinteressantes Referat mit viel Lernpotenzial. Die Glarner Jäger haben sehr gut aufgepasst – man ist bestens auf die Oktober-Jagd gerüstet! In diesem Sinne ein kräftiges Weidmannheil!