Lernstube neu auch in Niederurnen

Seit diesem Montag steht in der Linth-Escher-Schule in Niederurnen die Lernstube den Erwachsenen mit Problemen in den Grundkompetenzen beim Lesen, Rechnen aber auch bei digitalen Geräten zur Seite. Ohne Anmeldung steht das Trio Carole Wiedmer, Michael Schlegel und Stefan Wiedmer jeweils am Montag 17.30–20.00 Uhr mit Rat und Tat zur Verfügung.



Lernstube neu auch in Niederurnen

Die Welt wird in vielen Bereichen viel bequemer aber auch für viele Menschen immer komplizierter. «Gut jede dritte Person in der Schweiz verfügt über geringe Grundkompetenzen», erklärte Yves Läubin Fachstellenleiter BIZ an der Eröffnung der Lernstube im Linth-Escher-Schulhaus in Niederurnen. Dies vor allem in den Bereichen Lesen, Rechnen oder im Umgang mit digitalen Geräten. Konkrete Beispiel seien hier unter anderem die Steuerrechnung, ein Bewerbungsschreiben oder das Einrichten eines Accounts im Internet. «Im Weiterbildungsgesetz erteilt der Bund den Kantonen den klaren Auftrag den Erwachsenen Möglichkeiten in diesen Bereichen anzubieten», erklärte Regierungsrat Kaspar Becker dazu. Neben Beratungen und Kursen sei die Lernstube der einfachste und niederschwellige Weg Hilfe zu erhalten. «Ohne Anmeldung oder Vorankündigung können die Menschen mit ihren Anliegen bei uns vorbeikommen», schildert Stefan Wiedmer das Angebot der Lernstube. Er sowie Carole Wiedmer und Michael Schlegel stehen dann der Person zur Seite. «Wir nehmen ihnen die Aufgabe aber nicht ab, denn sie sollen es in Zukunft selbst bewältigen können.»

Seit gut vier Jahren gibt es das gleiche Angebot bereits in Glarus und es hat sich schnell etabliert und wird, laut Läubin, rege genutzt. Mit dem neuen Standort sei man nun auch näher an den Menschen in Glarus Nord und ermögliche den Zugang sicher auch besser. Und das Interesse sei sehr gross, ist sich das Team sicher. «Obwohl wir erst am 24. August die Lernstube öffnen, hatten wir bereits heute die erste Person, die mit einem Problem auf uns zugekommen ist.»

Becker zeigte sich sehr erfreut, dass mit der zweite Lernstube der Bevölkerung weitere Hilfe angeboten werden kann. «Im kantonalen Vergleich zeigt sich, dass die Bildungsschere im Kanton Glarus stärker aufgeht. Mit solchen Angeboten können wir dem Problem gegensteuern.» Und bereits sei die Anfrage von Glarus Süd gekommen, dass man auch hier gerne in naher Zukunft eine Lernstube auf Gemeindegebiet haben möchte. «Das Wichtigste ist aber immer, dass der Mensch im Zentrum steht. Und die Lernstube kann ihnen hier mehr Selbstvertrauen geben.»