Lese-Tipp: Der Homöopath Samuel Zopfy – Emil Zopfi schrieb

Emil Zopfi verfasste vor einiger Zeit «Garibaldis Fuss» – und befasste sich mit einem Geschehen, das im Glarnerland und im nicht allzu fernen Italien spielt. Der Homöopath Samuel Zopfy (1804 – 1890) praktizierte in Schwanden und wurde im Laufe seines Wirkens – im Oktober 1862 – nach La Spezia ans Krankenbett des italienischen Freiheitshelden Giuseppe Garibaldi gerufen, dies mit den berühmtesten Ärzten Europas. Es galt, über eine Schussverletzung zu beraten und Garibaldis Fuss zu retten.




Emil Zopfi zeigt in bewegender und interessanter Weise auf, weshalb Samuel Zopfy, der neben der Homöopathie auch als Chirurg, Hausarzt, und Zahnarzt wirkte, nach La Spezia aufgeboten wurde. Und dass dieser Zopfy auch Weinbauer, Erfinder und Fabrikant war, ist einer umfassenden Nachforschung wert. Emil Zopfi widmete sich diesem selbsterteilten Auftrag mit spürbarer Leidenschaft, damit das Interesse des Lesers gewaltig weckend. Er beschreibt in eindringlicher Weise, sehr bildhaft, klar, nachvollziehbar.

Das Geschehen ist wirblig, mutet fast ein wenig «verrückt» an. Samuel Zopfy wird als sehr eigenwillig, zuweilen fordernd, geschickt und erfolgreich tätiger Facharzt vorgestellt. Zopfy redet mit den Leuten, weist den einen oder andern zurecht, ist enorm beharrlich. Kenntnisse in Homöopathie hat er sich angeeignet, indem er Dosierung und Wirkung nicht selten an sich selber ausprobierte. Auch wenn ihn jüngere Berufskollegen zuweilen als Wässerlidoktor und Kurpfuscher bezeichneten, blieb er sich treu. Er verstarb an einer Quecksilbervergiftung. Viele nahmen an dieser Bestattung teil.

Es ist gewiss nicht von grosser historischer Bedeutung, dass Samuel Zopfy an Garibaldis Krankenbett weilte, sich mit ihm anlässlich einer kurzen Audienz unterhielt. Aber das Nachlesen, das Sammeln vieler Erfahrungen, die sich im Verlaufe dieses ungewöhnlichen Geschehens zu fügen beginnen, ist durchaus spannend. Vieles ist so einmalig, kommt unerwartet. Es war ja auch dieser Zopfy, der verfügt hatte, dass «ab dem hundertsten Tag nach seinem Tod allen männlichen und weiblichen Gliedern des Zopfi – Geschlechts im Kanton» alljährlich aus den Zinsen des Stiftungsvermögens etwas ausbezahlt werde.

Heute würde man gewiss von einer schillernden Person reden. Irgendwie wird Bewunderung für Zopfy wach. Und es ist einem anderen Zopfi zu verdanken, dass man im Verlaufe einer spannenden Lektüre sehr Wissenswertes erfahren konnte.