Leserbrief: Für Schmutz brauchts Waschmittel

Stellungnahme zum Bericht über die Negativspirale der Heime Glarus Süd:



Leserbrief: Für Schmutz brauchts Waschmittel
Leserbrief: Für Schmutz brauchts Waschmittel

Da wir das AZ Schwanden wieder auf Erfolgskurs gebracht hatten, wurde Mitte 2017 Steffi Bernecker und mir aufgrund der Tatsache, dass das Heim Linthal «zu Boden gewirtschaftet war», die Gesamtverantwortung für die drei Heime in Glarus Süd übertragen. Wir waren auch unsicher, ob es uns gelingen würde, Linthal aus dieser Misere mit nahezu jährlichen Millionenverlusten zu führen und die Heime Süd finanziell zu stabilisieren. Drei Jahre haben wir mit hochmotiviertem Kader und Personal in Reorganisation, effiziente Abläufe und notwendige Personalveränderungen unsere ganze Kraft investiert. Im Jahre 2020 waren wir dann wirtschaftlich auf Augenhöhe mit den Heimen Mitte und Nord. Ohne Zusatzkosten für Corona hätten wir vor Abschreibungen und Zinsen ein Betriebsergebnis von rund 1,8 Mio. erwirtschaftet, was einem Gewinn von zirka Fr. 200 000.00 entsprochen hätte. Das war der Beweis, dass in Süd mit Langzeitpflege an drei Standorten ein wirtschaftliches Überleben möglich ist. Dann hat uns der Verwaltungsrat, der mir im Zusammenhang mit Intriganz, Arroganz und Inkompetenz in Erinnerung ist, «entsorgt». Zwischenzeitlich wurde nun durch personelle Fehlentscheide sowie sehr teure Berichte, Analysen und Studien derart viel Geschirr zerschlagen, dass wir wieder am gleichen Punkt wie 2014–2017 beim Heim Linthal sind. Ob die heute strategisch und operative Führung imstande ist, den Effort zum Erfolg zu leisten, bezweifle ich. Die jüngere Vergangenheit (allein an VRP Hanimann ist es denn auch nicht gelegen) macht wenig Hoffnung. Deshalb kommt man jetzt natürlich auf all diesen Ebenen zum Schluss, dass die Strukturen (die unzweifelhaft eine Herausforderung sind) an allem Schuld sind. Eine wirklich saubere Aufarbeitung der Vergangenheit würde dies aber nicht bestätigen.

Der jetzt vorliegende «Ariel-Bericht» (nichts wäscht weisser) von Federas ist nutzlos. Er ist markant unvollständig, in Einzelaussagen unwahr und mit denjenigen, die man eigentlich überprüfen wollte, dermassen abgestimmt, dass man ihn sich in dieser Art hätte sparen können. Fazit des Berichts: Hauptschuldig für die jetzige Misere sind die Strukturen (was klar nicht stimmt) und das kritische Volk. Aus dem Volk gab es nämlich Anträge, Anfragen und Petitionen, was die Milizbehörde zu stark beschäftigt hat, um Zeit in die positive Entwicklung zu investieren. Nur allein die Idee, solche Aussagen im Bericht zu formulieren, degradiert diesen zu Waschmittel. Es ist auch mir klar, dass die Hauptschuldigen nicht im jetzigen Gemeinderat zu suchen sind. Da ist der Gemeinderat von 2014–2022 in der Hauptverantwortung, der unter eigener Führung der Verwaltungskommission durch Brigitte Weibel das Schlamassel bis 2017 stark mitgeprägt hat und dann 2018 einen Verwaltungsrat wählte, der völlig versagte. Aber so funktioniert scheinbar die Politik heutzutage. Man «versenkt» mehrere Millionen öffentliche Gelder ohne Schuldige oder wenn schon das Volk, das negative Entwicklungen kritisch hinterfragt und besser mundtot sein sollte. Das sind ja Mut machende Aussichten.

PS: Hoffentlich bekomme ich wegen diesem Leserbrief nicht schon wieder eine Klageandrohung wegen Verletzung der Verschwiegenheitsklausel. Es lebe die Transparenz?!

Werner Hösli, Haslen