Letztes Bataillon beendet den Assistenzdienst CORONA

Am kommenden Dienstagabend gibt das Infanteriebataillon 65 in Walenstadt seine Fahne ab. Es war der letzte Verband in Bataillonsstärke, der im Rahmen des CORONA-Einsatzes der Armee noch im Assistenzdienst stand. Noch bis am 14. Juni unterstützte das Infanteriebataillon 65 die Eidgenössische Zollverwaltung an der Grenze zu Frankreich.



Am Dienstagabend um 20.00 Uhr gibt das Infanteriebataillon 65 in Walenstadt die Fahne ab. An der Verabschiedung des Bataillons werden Korpskommandant Aldo Schellenberg, der als Chef Kommando Operationen den subsidiären Einsatz «CORONA 20» der Armee führt, sowie die Kommandanten der Territorialdivisionen 1, 2 und 4, die Divisionäre Yvon Langel, Daniel Keller und Willy Brülisauer teilnehmen. Am Mittwoch folgt für Soldaten und Kader die Entlassung aus dem Assistenzdienst. Das Infanteriebataillon 65 war der letzte Verband in Bataillonsstärke, der noch im Assistenzdienst weilte. Seit dem 27. Mai unterstützte es die Eidgenössische Zollverwaltung bei deren Einsatz an der Grenze zu Frankreich. Mit der Öffnung der Grenze zu unserem westlichen Nachbarland, ging der Einsatz am späten Sonntagabend zu Ende.

 

Einsatz an der Grenze seit März

Mit den am 16. März vom Bundesrat verkündeten Grenzkontrollen nahmen die Aufgaben der Eidgenössischen Zollverwaltung in kurzer Zeit rasch und sehr stark zu. Zur Unterstützung forderte die Eidgenössische Zollverwaltung daher Truppen an. Zunächst wurde die Aufgabe durch das Militärpolizeibataillon 3 erledigt, danach folgten das Gebirgsinfanteriebataillon 91, später das Infanteriebataillon 19 und zum Schluss das Infanteriebataillon 65.

 

Servir et disparaître

Für das Infanteriebataillon 65 war der Einsatz mit einigen Unsicherheiten behaftet. Mit der raschen Lockerung an der Grenze zu Österreich und Deutschland änderte sich der Einsatz von einem Tag auf den anderen. Weil die Zollverwaltung in diesem Raum keine Unterstützung mehr brauchte, wurde die erste Kompanie schon nach zwei Tagen wieder aus dem Dienst entlassen. Die übrigen Kompanien kamen an der Grenze zu Frankreich in den Einsatz, lange Zeit mit ungewissem Einsatzende. Der Bataillonskommandant Oberstleutnant i Gst Fabio La Nave fasste die Lage schon zu Beginn des Einsatzes so zusammen: «Fertig ist, wenn man sagt, es ist fertig, und dann brechen wir kommentarlos ab.»

Vielfältig und herausfordernd

Vom 27. Mai bis am 14. Juni war das Infanteriebataillon 65 im Raum Genf, in der Ajoie und im Raum Basel im Einsatz. Der Unterstützungseinsatz zugunsten der Eidgenössischen Zollverwaltung war vielseitig und verlangte von den jungen Soldaten ein sehr gutes Fingerspitzengefühl, meistens noch in einer Fremdsprache, ist das Infanteriebataillon 65 doch ein Zürcher Bataillon, das an der Grenze zu Frankreich im Einsatz stand. Bei diesem Einsatz gab es nicht einen Gegner, sondern es war eine Zusammenarbeit mit dem Zoll und der im jeweiligen Gebiet wohnhaften Bevölkerung. Die Truppe war in diesem Sinne als Dienstleister im Einsatz. Die Aufgaben waren sehr unterschiedlich, waren doch die Einsatzgebiete in Genf und Basel in städtischem Gebiet, während der Einsatz in der Ajoie entlang der grünen Grenze erfolgte. Im unübersichtlichen Gelände war es dort in der Nacht schon herausfordernd genug, den Grenzverlauf genau zu kennen, geschweige denn das Gelände professionell zu überwachen. Mit sehr vielen neuen Erfahrungen freuen sich nun Soldaten und Kader wieder auf die Heimkehr zu ihren Lieben.

AVIS AN DIE MEDIENVERTRETER: Zur Fahnenabgabe am Dienstag, 16. Juni um 20.00 Uhr auf dem Gelände der Kaserne Walenstadt sind Sie herzlich eingeladen. Details entnehmen Sie bitte der beiliegenden Einladung.