Lichtmess und Blasisussegen in Näfels

Wer glaubte, kirchliches Brauchtum sei vorbei und vergessen, wurde am 2. Februar – trotz Werktag und scheusslichem Wetter – eines Besseren belehrt. Gegen 60 Personen nahmen am Lichtmess-Gottesdienst und Blasiussegen teil.



Lichtmess (Bild: zvg)
Lichtmess (Bild: zvg)

An Lichtmess, rund 40 Tage nach Weihnachten, werden nach alter Tradition Kerzen gesegnet. Einen Tag vorgezogen wird der Blasiussegen erteilt, ein Brauch, der an Sankt Blasius erinnert, den Patron ist gegen Halskrankheiten und vielerlei mehr. Pfarrer Stanislav Weglarzy gestaltete einen eigentlichen Festgottesdienst und hielt eine Festpredigt mit Licht und Zuversicht.

Für die Näfelser, seit Urzeiten mit dem Übernamen «Kröpfe» versehen, die an einstige Halskrankheiten erinnern, müsste dies ein besonderer Tag sein. Am 5. Februar ist Agathatag, Brotsegnen. Nach altem Brauch «hilft» gesegnetes Brot gegen innere und äussere Brände, das heisst gegen Heimweh und Feuerbrünste. Exil-Näfelser, die meisten Heimweh-Glarner, bissen jeweils in «Agätäbroot», wenn sie das Heimweh arg plagte. In der Sage «Agätäbroot und Füürälihäiss» (Gesegnetes Brot und gesegnete Kohle) lebt die Tradition weiter.

Ist es nicht erstaunlich, dass weitgehend vergessene Bräuche, aus der Vergessenheit wieder aufleben?