Liegt «Nidfurä» eigentlich im Silicon Valley?

Diese wohl etwas komisch anmutende Frage stellten sich die 24 Teilnehmer des Jahrgängervereins 1936–1940 Glarus-Riedern am Donnerstag, 7. März, an der Betriebspräsentation der Firma Marelcom AG in Nidfurn. Entstanden ist diese Firma im Jahr 1995 durch ein «Management buy out» der damaligen Zettler AG durch den heutigen Geschäftsführer der Marelcom, Hans-Jörg Marti.




Kritische Stimmen reagierten damals skeptisch. Die Kernkompetenz von Zettler, Relais, gibt es wohl bald nicht mehr. Im Rahmen der weltweiten Digitalisierung war aber das Gegenteil der Fall. Sie wurden zwar immer kleiner, aber die Einsatzmöglichkeiten stiegen gewaltig.

Marelcom funktioniert heute als «Generalunternehmer» in den Bereichen Bedienen, Schalten und Anzeigen. Komplexe Bedieneroberflächen, Steuerungsgeräte oder Anzeigepanels realisiert Marelcom von der Planung bis zum fertigen Produkt und dessen Vermarktung. Die Produktion erfolgt, vor allem im Bereich Spritzgussverfahren für Plastikteile, in spezialisierten Firmen in China. Marelcom hat zu diesen fernöstlichen Produktionsstätten enge Beziehungen. Preise, Lieferfristen und auch die Bereitschaft kleinere Stückzahlen zu produzieren, hat zu dieser Zusammenarbeit geführt. Die Verständigung zwischen Nidfurn und Peking ist zwar oft nicht sehr einfach. Auch den Ratschlag «mä mues halt redä mit de Lüt» umzusetzen, ist schneller gesagt als getan.

Der Betriebsrundgang unter der Führung der Geschäftsleitungsmitglieder Hans-Jörg Marti und Hansruedi Freuler liess uns grosse Augen machen. Gegenstände, welche uns im Alltag auf Schritt und Tritt begegnen, werden hier produziert. Tastaturen und Displays an Küchengeräten, auf dem Handy, dem Laptop. Aber auch Steuerungsgeräte für riesige Bagger. Produktentwickler, Konstrukteure, Programmierer und Spezialisten in den verschiedenen Materialbearbeitungen begleiten die Produktion bis zum fertigen Produkt.

Dass ein solcher Hightech-Betrieb in Glarus Süd tätig ist, war für uns alle eine grosse Überraschung. Wir bedanken uns bei den beiden «Gruppenführern» auf dem Rundgang und bei allen Mitarbeitenden der Marelcom für die Erklärungen und Antworten auf unsere zahlreichen Fragen. Auch noch besten Dank für den Schlussapéro.