Linth und Sernf spülen in diesen Tagen grosse Mengen an Feingeschiebe talwärts

Seit Ende Juli 2018 wird eine sehr starke Trübung in der Linth und im Sernf beobachtet. An der Messstelle Linth-Mollis wird die Trübung gemessen, aufgezeichnet und ist im Internet einsehbar.




Die Hauptursache dieser Trübungen sind massive Einträge von feinem Geschiebe aus Gebirgsbächen wie Raminerbach, Wichlenbach, Durnagelbach im südlichen Kantonsteil. Im Berggebiet von Piz Sardona, Vorab, Hausstock, Tödi und Clariden sind seit Ende Juli wiederholt heftige lokale Gewitter aufgetreten. Diese haben jeweils grosse Mengen an feinem Geschiebe freigesetzt, welche in den Sernf und die Linth gespült wurden und dort als grosse Sandbänke sichtbar sind. So sind beispielsweise am Sonntag, 19. August, und Montag, 20. August, allein im Raum Elm vier solche Ereignisse mit massiven Murgängen aufgetreten. Die Wassermengen an Sernf und Linth werden durch diese lokalen Gewitter oft nur wenig beeinflusst, die Trübung hingegen sehr stark. Dieser gewaltige Eintrag von Feinmaterial beeinträchtigt das Leben in den Gewässern wie Kleinlebewesen und Fische sehr stark.

Diese grossen Geschiebeeinträge dürften mit der langen Trockenheit, der Hitze und dem grossflächigen Abschmelzen von Schneefeldern und Gletschern zusammenhängen. Ein grosser Teil des Materials wird wohl aus den Vorfeldern von Gletschern und Firnen und aus den Lawinenkegeln des letzten Winters stammen. Schon im Hitze-Sommer 2003 wurde ein ähnliches Phänomen im Tödigebiet festgestellt. Mit dem Einsetzen von lang dauernden Niederschlägen ist ein nochmaliger Anstieg des Geschiebeeintrages zu erwarten.

Auch etliche Kraftwerkfassungen sind von diesen Geschiebemengen betroffen und wurden teilweise während Tagen ausser Betrieb gesetzt. Spülungen von Stauräumen haben in diesen Wochen keine stattgefunden. Die Überleitung des Erlenkanals in den Mühlebach/Rautibach wurde zum Schutz des Lebensraumes des Rautibaches eingestellt.