LinthWind: Sehr aufwendiges Bewilligungsverfahren

An einer ersten Veranstaltung informierte die St.Gallisch-Appenzellische Kraftwerk AG (SAK) am Dienstagabend in Ziegelbrücke über die geplante Windkraftanlage in der Linthebene. Dabei ging es aber vorerst nur um das Verfahren und die Protzesssicherheit.



«Wir möchten eine sachliche Aufklärung der Bevölkerung machen und Fakten liefern», erklärte Adriano Tamèr, Mitglied der Geschäftsleitung der SAK, an der gut besuchten Infoveranstaltung vom Dienstagabend in der Berufsschule in Ziegelbrücke. Geplant seien bis im Herbst insgesamt vier Veranstaltungen. Erst wenn alle Schlussberichte der umfangreichen Vorabklärungen vorlägen, werde man entscheiden, ob man eine Windkraftanlage in der Linthebene realisieren wolle. «Jede Stromproduktion hat Vor- und Nachteile», fuhr Tamèr fort, und es sei klar, dass eine Windkraftanlage eine persönliche Betroffenheit auslösen könne.

Vorgabe UVP-Pflichtenheft

Ralph Egeter, Leiter Projekt Strom, eröffnete sein Referat mit einigen Fakten zum Klimawandel und hielt fest, dass man mit erneuerbarer Energie einen Beitrag zur Reduktion der Klimaerwärmung beitragen könne. Der Projektleiter schilderte nun den ganzen Ablauf des sehr aufwendigen Bewilligungsverfahrens. Es begann mit der Erarbeitung eines UVP-Pflichtenheftes, das beim Kanton eingereicht und von diesem genehmigt worden ist. Mit der UVP werden sehr umfangreiche Abklärungen durchgeführt, die zum Teil noch laufen. So liegen zum Beispiel die Ergebnisse der Windmessungen im betreffenden Gebiet noch nicht vor. Über diese und weitere Resultate von Abklärungen über Schattenwurf, Lärmschutz, Flora und Fauna, Wildtiere oder Erschütterungen werden an den nächsten Veranstaltungen informiert.

Langer Bewilligungsprozess

Jakob Marti, Leiter Umwelt und Energie, erklärte, wie das ganze Bewilligungsverfahren abläuft. Dieses ist aber zum grossen Teil durch den Bund geregelt. Den Planungsablauf für die Gemeinde Glarus Nord schilderte Urs Spälti. Zuletzt muss das ganze Windkraftprojekt im Rahmen der Nutzungsplanung durch die Gemeindeversammlung genehmigt werden. Erst nach diesem Entscheid erfolgt das Baubewilligungsverfahren.

Nach diesen Referaten wurden in der Diskussion verschiedene Fragen aufgeworfen. Einige Redner kritisierten, dass die Messmasten nicht die vorgesehene Höhe von zirka 200 Meter der Windräder haben und nicht an den geplanten Standorten stehen. Eine Frau stellte fest, dass die ganze Region ein Naturschutzgebiet sei und dafür schon beträchtliche Summen investiert worden seien, und ein Anwohner meinte, dass Bilten eigentlich durch Autobahn, KVA, ARA oder Strom-Hochmasten schon genügend belastet sei. Die Organisatoren des Abends erklärten, dass viele Fragen – nach Vorliegen der Abklärungen – an den drei nächsten Infoabenden im Frühling, Sommer und Herbst 2018 beantwortet werden können.