Nach der erfolgreichen Europameisterschaft in Osjiek (Kroatien) hing die Messlatte beim Mitlödner hoch. Im Wissen, dass bei der neu lancierten U23-Europameisterschaft in Wroclaw (Polen) die Konkurrenz nochmals stärker sein wird, tat er gut daran, seine Medaillenchancen objektiv einzuschätzen. Die neu geschaffene U23-EM soll die Nachwuchsathleten in einem nächsten Schritt auf internationalem Terrain an die Elite heranführen. Bereits am Eröffnungstag setzte beispielsweise die Serbin Andjelija Stevanovic mit dem Luftgewehr mit einem neuen Europarekord (637,1) ein Ausrufezeichen. Auch in der Juniorenkategorie waren für einen Finaleinzug 625,9 Ringe vonnöten. Der Glarner verpasste den Sprung in die Top Acht mit 620,3 Zählern auf Rang 23. Der Start verlief mit 104,1 Ringen noch verheissungsvoll. Dann verlor er bei der zweiten und vierten Passe (102.4 und 101.4) zu viele Zehntel. Die 103,8, 103,3 und der Schlussspurt von 105,3 Punkten reichten dann nur noch für eine Resultatkosmetik. Beim Solo-Wettbewerb, wo sich die Wertung von den klassischen Matches unterscheidet und nur «Treffer oder kein Treffer» zählen, schaffte Wickihalder als einziger Schweizer den Einzug in die zweite Runde. Dort war für den Mitlödner aber auch kein Weiterkommen mehr.
Drei Zähler fehlten für den Finaleinzug
Nach den anstrengenden Indoor-Wettkämpfen kamen den Athleten zwei Ruhetage vor den Kleinkaliber-Wettkämpfen gelegen. Die Schweizer Juniorinnen legten beim Dreistellungswettkampf ihren männlichen Kollegen vor. Martina Herrli sicherte sich Bronze, während Alexia Tela Siebte wurde. Den Schweizer Junioren blieb der Finaleinzug trotz guter Leistungen verwehrt. Lio Wickihalder startete mit 196 Punkten auf dem Knie hervorragend. Liegend büsste er mit 196 Ringen den einen oder anderen Ring ein, ehe er stehend in der zweiten Passe (95/91) völlig den Faden verlor. Mit 578 Ringen fehlten dem Glarner drei Punkte für den Finaleinzug. Der Qualifikationssieg ging mit 589 Zählern an den Kroaten Darko Tomasevic. Der Europarekord wurde vor vier Jahren vom Schweizer Jan Lochbihler mit 596 Punkten aufgestellt und wackelte bei diesem Wettkampf keinen Moment.




