lnterpellation der SVP «Ersatzwahlen in den Verwaltungsrat der Glarner Kantonalbank»

Gestützt auf Artikel 82 der Landratsverordnung reichen die unterzeichnenden Landräte Toni Gisler und Thomas Tschudi im Namen der SVP-Landratsfraktion folgende lnterpellation ein:




Mit Freude nimmt die SVP-Landratsfraktion von der positiven Entwicklung der Glarner Kantonalbank während des vergangenen Geschäftsjahres Kenntnis. Neben der nachhaltigen Gewinnsteigerung der vergangenen Jahre, konnte die Bank auch neue zukunftsträchtige Geschäftsfelder entwickeln und dabei in unserem Kanton zusätzliche attraktive Arbeitsplätze schaffen. Für dies gilt der Bank, mit Verwaltungsrat, Geschäftsleitung und nicht zuletzt den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern ein grosser Dank und die entsprechende Anerkennung.

Die SVP-Landratsfraktion des Kantons Glarus nimmt zudem vom Rücktritt des Vizepräsidenten des Verwaltungsrates Kenntnis, auch ihm gehört ein grosser Dank.

lm Zusammenhang mit der Neubesetzung der vakanten Stelle im Verwaltungsrat der Glarner Kantonalbank nimmt die SVP-Fraktion jedoch mit grosser Besorgnis zur Kenntnis, dass der Verwaltungsrat der Generalversammlung einmal mehr eine Person zur Wahl in den Verwaltungsrat vorschlägt, welche nicht aus unserem Kanton stammt. Mit der Nomination korrigiert die Bank damit zwar die deutliche Untervertretung der Frauen im Aufsichtsorgan, gleichzeitig wird das Gremium jedoch wiederum mit einer ausserkantonalen Persönlichkeit bestückt. Mit dem Rücktritt des Vizepräsidenten und der möglichen Wahl der vorgeschlagenen Person würde die Mehrheit der Verwaltungsräte von ausserhalb des Kantons stammen.

Bei einem lnstitut, bei welchem der Kanton als klarer Mehrheitsaktionär auftritt, einen Leistungsauftrag gemäss dem Kantonalbankgesetz besitzt, welcher hauptsächlich auf den eigenen Kanton fokussiert ist und sich gerne als glarnerisch und für die Glarner präsentiert, wirft dieser Schritt bei der SVP-Landratsfraktion einige Fragen auf. Aufgrund dessen möchten wir dem Regierungsrat folgende Fragen zur Beantwortung unterbreiten:
 

1. Mit höchster Priorität hat die Glarner Kantonalbank mit der vorliegenden Nomination das von verschiedener Seite zu Recht geforderte Frauenvakuum entschärft.

Haben der Verwaltungsrat bzw. das zuständige Gremium im Kanton nach einer valablen weiblichen Nachfolgerin für den scheidenden Vizepräsidenten gesucht?

2. Die Entpolitisierung und Ausrichtung des Verwaltungsrats nach fachlichen Kriterien werden seitens der SVP Landratsfraktion klar unterstützt. Werden mit der vorliegenden Nomination die Kenntnisse von Land und Lüüt, den hiesigen Gepflogenheiten und Verhältnissen mit einem mehrheitlich ausserhalb des Kantons heimischen Verwaltungsrat genug Rechnung getragen?

3. lst dem Regierungsrat bewusst, dass bei einer überprüften Vergleichsgruppe umliegender und vergleichbarer Kantonalbanken von zehn lnstituten, lediglich deren zwei Banken über ein mehrheitlich von ausserkantonalen Verwaltungsräten beherrschtes Aufsichtsgremium verfügen? lm Schnitt wohnen fast % der Verwaltungsräte der Vergleichsgruppe in den jeweiligen Kantonen.

4. Mit welcher Begründung kann diese deutliche Abweichung vom Schnitt begründet werden?

Für die Beantwortung unserer Fragen danken wir lhnen im Voraus und verbleiben mit vorzüglicher Hochachtung

lm Namen der SVP-Landratsfraktion