Märlitag zum Auftakt der Märchenwoche Braunwald

Der bereits zur Tradition gewordene Märlitag der Bruuwalder Spiellüüt läutete heuer das national bekannte «Klapperlapapp» ein, eine Veranstaltung, die mit ihren bekannten Erzählerinnen und Erzählern zahlreiche Familien dazu bewog, einen Ausflug ins autofreie Braunwald zu planen.




Nicht zu verstecken brauchte sich daneben das Wandertheater der Bruuwalder Spiellüüt unter der engagierten Leitung von Ursi Kessler. Die Vollblut-Theaterfrau, neben der Regieführung auch aktiv im Spiel tätig, zeigte sich so überrascht wie erfreut über den Besucheransturm, der zunehmend die Grenzen der über die Braunwalder Gaststätten verteilten und eher intimen Spielorte zu sprengen droht.

Der Tross der vorwiegend sehr jungen Schauspieler zog dieses Jahr mit zwei Kutschen vom Dorf via Schwettiberg Richtung Schulhaus und über den Hüttenberg zurück zur Bahnhofterrasse. Hier bot sich neben einer kurzen Schlussvorstellung die Möglichkeit eines Foto-Shootings der kleinen und grossen Zuschauer mit ihren Lieblingsdarstellern. Zudem wurden unter jenen, die das Märchenspiel aufmerksam verfolgt hatten, tolle Preise verlost, zur Verfügung gestellt vom Braunwalder Gewerbe. Allerlei Märchengestalten verkürzten dem Publikum den für die kleinen Füsse doch recht langen Weg vom einem Spielort zum nächsten.

Schnee im Hochsommer

Der geordnete Ablauf der Märchen wurde empfindlich behindert von einem – zumindest den Spielenden – unbekannten Störefried, sodass das Schneewittchen schliesslich nicht mehr so recht wusste, was die Zwerge mit ihm wollten, der böse Wolf, die Grossmutter nicht fand und seinen Hunger anderswo stillen musste und Rapunzel seine Haarpracht ganz umsonst einsetzte. Der Teufel, wie die aufmerksam zuschauenden Kinder schnell herausfanden, hatte nämlich bei jedem Märchen die letzten Seiten herausgerissen, was verständlicherweise nicht der Koordination diente. Und trotz der hilfreichen Hinweise aus dem Publikum wurde der Täter erst an der letzten Station entlarvt und in gemeinsamem Bemühen, bei welchem sich jeder seiner besonderen Stärken besann, «gebodigt», bis er schliesslich unter einer trotz des hochsommerlichen Wetters dicken Schneedecke aus Frau Holles Fundus verschwand.

Es geht weiter!

Die Spiellüüt haben auch dieses Jahr mit der Unterstützung eines vereinten Braunwalder Gewerbes einen Anlass auf die Beine gestellt, der einem weit grösseren Ort zu aller Ehre gereichen würde. Der Ideenreichtum, den alle Beteiligten einfliessen liessen, wurde nur übertroffen von der vorbehaltlosen Begeisterung der kleinen und grossen Zuschauer in dieser märchenhaften Woche hoch über dem Alltag. Und wie ich schreibe, dass wir alle hoffen, Ursi Kessler und den Bruuwalder Spielüüt mögen die Ideen wie die Freude am Spiel noch lange nicht ausgehen, flüstert mir die Theaterfrau eben ins Ohr: «Du, mir ist da grad eine Idee gekommen fürs nächste Jahr» – wir brauchen uns offenbar keine Sorgen zu machen.