Das MRI hat es gezeigt – nicht gut. Da geh ich nun. Mit zwei Stöcken, die ich mir gekauft habe, um mich einigermassen bewegen zu können. Aber es ist sehr ungewohnt und mühsam. Ich überlege mir ständig, wie ich die Wege abkürzen kann, um ja nicht zu viel unterwegs zu sein. Um nicht gleich zu verhungern, mache ich mir für das Einkaufen einen genauen Plan. Nur, das klappt nicht immer. Ruhen, hat mein Arzt gesagt. Sicher, das kann mal ganz angenehm sein, den ganzen Tag vor dem Fernseher zu sitzen und sich einen Lieblingsfilm nach dem anderen anzuschauen. Doch es ist auch mal genug. Und wenn das Knie ständig schmerzt, ist auch der lustigste Film nicht unbedingt ein Vergnügen. Dieses Ereignis ist zwar schon mehr als ein Jahr her, aber die Krücken stehen immer noch herum. Man kann ja nie wissen.
So, jetzt habe ich genug gejammert. Der Titel dieser Kolumne heisst ja «Man muss alles positiv sehen». So versuche ich es auch. Passieren kann immer etwas. Es bleibt mir nichts anderes übrig, als es zu akzeptieren. Ich sage mir, es gibt schlimmeres auf dieser Welt. Mein Problem kann gelöst werden. Dauert zwar ein Weilchen, aber ich bin sehr zuversichtlich. Viele andere, deren Gesundheit angeschlagen ist, haben grössere Sorgen. Gesundheit ist etwas Elementares im Leben. Erst wenn sie nicht mehr da ist, beginnt man sie zu schätzen. Alles andere rückt in den Hintergrund.
So geht es jetzt auch mir. Alles, was ich mir für die nächste Zeit vorgenommen habe, muss verschoben oder gar abgesagt werden. Da mache ich mir so meine Gedanken, wie es Menschen ergeht, die mit einer ständigen Beeinträchtigung ihrer Mobilität leben. Eigentlich kann und will ich mir das gar nicht vorstellen.
Die Gesundheit lernt man erst zu schätzen, wenn sie nicht mehr da ist.



