Margrit Schriber glänzt mit «Glänzende Aussichten»

Wenn Margrit Schriber, die unbestrittene «Grande Dame» aller Schweizer Schriftstellerrinnen zu einer Lesung eines ihrer Bücher ruft, erscheinen Literaturinteressierte, vor allem ihre Fans in grosser Anzahl. So geschehen am vergangenen Sonntagvormittag im Hotel-Restaurant Richisau. Gäste aus nah und fern fanden den Weg ins idyllische hintere Klöntal.




Herzlich begrüsst wurden sie von Hansrudolf Frey, Presse und Marketingverantwortlicher vom Buchverlag Baeschlin AG, der die damals noch junge Buchautorin vor rund 40 Jahren als Berufsschullehrer erstmals kennenlernte. Mittlerweilen wurde aus der äusserst begabten Jungautorin eine hervorragende, bis weit über die Grenzen bekannte Schriftstellerin, die seit 42 Jahren sage und schreibe 19 Bücher herausgebracht hat. Das sei typisch zu ihrem Schaffen, meinte Frey. Sie sei eine verlässliche Autorin, die im Schnitt jedes zweite Jahr ein neues Buch schreibe. Margrit Schriber ist Verfasserin von Alltagsgeschichten in einer leichtverständlichen Sprache, in denen häufig eine desillusionierende Bilanz des Lebens ihrer Protagonisten gezogen wird. Sie begreift sich nicht als Pessimistin, sondern sieht in der Desillusionierung eine Chance zur Veränderung des Lebens ihrer Figuren. Ab 2006 schrieb sie mehrere historische Romane über Frauen im 18./19. und 20. Jahrhundert. Für diese eigenwilligen und starken Figuren war es noch zu früh, um sich zu verwirklichen. Sie wurden getötet, verstossen, ausgebeutet und verachtet.

Grosse Lesergemeinde

Die Autorin ist stolze Besitzerin einer grossen Lesergemeinde, die jeweils buchstäblich auf weitere Geschichten von ihr wartet. Ihr Schaffen wurde mehrfach ausgezeichnet, unter anderem mit dem Einzelwerkpreis der Schweizerischen Schillerstiftung, der Ehrengabe der Stadt Zürich und dem Aargauer Literaturpreis. Zum Schreiben animiert wurde sie, wie sie selbst sagt, von einer ehemaligen Lehrerin und Klosterfrau am Institut Theresianum Ingenbohl im Kanton Schwyz: «Du wirst eine Schriftstellerin. Das war der entscheidendste Satz in meinem Leben. Ohne diese Aussage wäre ich nie Schriftstellerin geworden», meinte sie rückblickend auf die Jahre, als sie den Weg zur Schriftstellerin einschlug. In ihren Büchern stehen Menschen im Vordergrund, denen man begegnen möchte, und die durch ihre Art und Weise, in der sie den Alltag meistern, zu den wahren Helden unserer Zeit gehören. Margrit Schriber hat ihnen eine Stimme gegeben. Sie ist nicht nur gegenwärtig eine der bedeutendsten Schriftstellerinnen in der Schweiz, sie ist auch eine wunderbare Erzählerin und ihre Texte lassen teilhaben am wahren Leben. Nicht umsonst schreibt Literaturkritikerin Milena Moser in ihrer Rezension: «In dieser kleinen Tankstelle spielt das ganze Leben.»

Ein Männerbuch für Frauen geschrieben

In ihrem neusten Buch «Glänzenden Aussichten» erzählt Schriftstellerin Margrit Schriber aufgrund eigener Erfahrungen als Tankstellenbesitzerin, notabene mit einer 40 Meter langen Hochfrequenz-Autowaschstrasse, von der alleinstehenden Tankstellenbetreiberin Pia, die sich wehrt gegen zudringliche Männer, vermeintliche zwingende Geschäftsregeln und die Einsamkeit. Das Buch erinnert an den Groove der 60er- und 70er-Jahre. «Glänzende Aussichten» ist ein Männerbuch für Frauen geschrieben. Das tolle Buch mit grossem Unterhaltungswert ist erhältlich in der Buchhandlung Baeschlin an der Hauptstrasse 31 in 8750 Glarus.