An der 37. ordentlichen Abgeordnetenversammlung (AV)des Zweckverband für die Kehrichtbeseitigung im Linthgebiet (ZKL) vom vergangenen Montagabend im Schweizerischen Jugend- und Bildungszentrum in Einsiedeln waren 85 Abgeordnete aus 44 Verbandsgemeinden vertreten. Nach einem Grusswort des Einsiedler Bezirksammanns Meinrad Bisig wurden die Traktanden ohne Diskussionen verabschiedet. Alle Geschäfte waren im Vorfeld wie üblich allen 54 Verbandsgemeinden schriftlich im ausführlichen Jahresbericht erklärt worden. So wurden Geschäftsberichte, Jahresrechnung 2008/09 sowie Voranschlag 2009/10 diskussionslos gutgeheissen. Die Rechnung, erläutert von Finanzchef Georg Stäheli, schloss mit einem Mehrertrag von rund Fr. 156‘000.- ab, die Einnahmen aus dem Stromverbrauch konnten um rund Fr. 270‘000.- auf Fr. 3‘970‘000.- gesteigert werden, und aus dem Verkauf der Fernwärme wurden zirka Fr. 305‘000.- erzielt. Mit etwa 3,8 Tonnen leicht zurück auf rund 115‘000 Tonnen ging die angelieferte Kehrichtmenge im abgelaufenen Betriebsjahr. Aufgrund der guten Finanzlage konnte der Versammlung der gleichbleibende Verbrennungspreis von Fr. 160.- pro Tonne unterbreitet werden.
Rücktritt des langjährigen Präsidenten
Im Mittelpunkt der Versammlung standen zweifellos die Ersatzwahlen für den Rest der Amtsdauer 2006/2010, hatte doch Armin Landolt nach 24 Jahren Präsidententätigkeit seinen Rücktritt eingereicht. Vizepräsident Fritz Marti-Egli, Matt, würdigte diese langjährige Tätigkeit und erklärte, Landolt habe die KVA zu dem gemacht, was sie heute sei. «Armin Landolt war ein umsichtiger, sach- und fachbezogener Präsident», und er habe auch ökologische Akzente gesetzt.
Der Glarner Regierungsrat Röbi Marti erwähnte die Tatsache, dass sich das Abfallwesen in den 24 Jahren entscheidend verändert habe und Landolt und die Betriebskommission die Zeichen der Zeit stets erkannt und Veränderungen rechtzeitig eingeleitet hätten. «Er hat dabei in diesen Jahren aber auch Bekanntschaft mit allen Rechtsmitteln unseres Rechtsstaates gemacht», meinte Marti weiter.
Neuer Präsident und neuer Vize
Als Nachfolger von Landolt wurde der bisherige Vize, Markus Schwizer, Gemeindepräsident in Kaltbrunn, gewählt. Zum zweiten neuen Vizepräsidenten wählten die Abgeordneten den vorgeschlagenen Gemeinderat Armando Zweifel aus Lachen. Als neues Mitglied der Betriebskommission beliebte schliesslich der Uznacher Gemeindepräsident Erwin Camenisch. Schwizer bedankte sich für das Vertrauen und die Wahl und erklärte, dass er die neue Aufgabe mit Respekt in Angriff nehmen und sich für den ZKL und die KVA einsetzen werde.
Vizepräsident Markus Schwizer informierte die Abgeordneten noch über den Stand der im letzten Jahr beschlossenen drei Projekte. Die Schutzmassnahmen gegen Hochwasser und Naturgefahren laufen planmässig voran, und für das Brennstoff-Zwischenlager sollten die Bauarbeiten Ende November in Angriff genommen werden. Bei der Schlackenhalle mit Nichteisen-Abscheideanlage hingegen muss die Glarner Regierung noch über einen Rekurs einer Interessengemeinschaft Landwirtschaft entscheiden.
Als Ziel: Vertretbarer Entsorgungspreis
Die Abfallbewirtschaftung und -entsorgung habe sich in den letzten 20 Jahren entscheidend verändert, erklärte auch Landolt zum Schluss der Versammlung. «Eine Kehrichtverbrennungsanlage (KVA) muss sich diesen Veränderungen stellen und die notwendigen Schlüsse daraus ziehen, damit die Entsorgung auf hohem Niveau gehalten werden kann». Es brauche daher laufend Anpassungen und Erneuerungen. Diese aber kosteten Geld, und trotzdem müsse man versuchen, den Entsorgungspreis auf einer vertretbaren Höhe zu halten.



