Massnahmen bei hohen Feinstaubkonzentrationen im kommenden Winter

Auch im kommenden Winter ist damit zu rechnen, dass bei tiefen Temperaturen und lang andauernden Hochnebellagen hohe Konzentrationen an Feinstaub auftreten können. Die Bau-, Planungs- und Umweltdirektoren der Schweiz haben für diese Fälle entsprechende Massnahmen vorgesehen, die in der ganzen Schweiz einheitlich umgesetzt werden sollen



Partikelfilter vor dem Departement Bau und Umwelt (Bild: zvg.)
Partikelfilter vor dem Departement Bau und Umwelt (Bild: zvg.)

Der Massstab für diese Massnahmen ist die Konzentration an Feinstaub bei den offiziellen Messstandorten im Vergleich zum Kurzzeitgrenzwert von 50 µg/m3. Falls dieser Grenzwert um den Faktor 1,5 (75 µg/m3) überschritten wird, beginnt die so genannte Informationsstufe, wird er um das Doppelte (100 µg/m3) überschritten, folgen die ersten Massnahmen und bei 150 µg/m3 die verschärften Massnahmen.

Die Kantone der Ostschweiz (Schaffhausen, Thurgau, Appenzell Ausserrhoden, Appenzell Innerrhoden, St. Gallen, Glarus und Graubünden) und das Fürstentum Liechtenstein haben einen gemeinsamen Beobachtungsdienst aufgebaut. Zu diesem Zweck wurde ein Pikettdienst organisiert, an dem fünf Fachleute aus diesen Kantonen, darunter Dr. Jakob Marti aus dem Kanton Glarus, teilnehmen. Sie beobachten abwechslungsweise die Messwerte an Feinstaub der Ostschweiz, die Temperaturprofile der Wetterstationen und die Wetterprognose, um frühzeitig auf die anstehende Informations- oder Massnahmenstufe bzw. deren Beendigung hinzuweisen. Anschliessend werden die zuständigen Departementsvorsteher informiert, die für ihre jeweiligen Kantone die notwendigen Massnahmen beschliessen müssen.

Falls in den nächsten Wochen die Feinstaubkonzentration in der Ostschweiz 75 µg/m3 übertrifft und weiterhin kein Wetterumschlag erkennbar ist, so wird in den betroffenen Gebieten die so genannte Informationsstufe eingeleitet und die Bevölkerung über Massnahmen zur Verminderung von Feinstaubfreisetzungen informiert. Das Ausmass der betroffenen Gebiete wird anhand der Resultate der Messstationen und der Hochnebellage festgelegt. Bei Konzentrationen über 100 µg/m3 werden Massnahmen wie Tempobeschränkung auf 80 km/h auf Autobahnen, Verbot offener Feuer und Verbot des Betriebes von Zweitfeuerungen ausgesprochen.

Allgemeine Information zum Feinstaub

Feinstaub entsteht einerseits bei Verbrennungsprozessen (Dieselmotoren, Holzfeuerungen, offene Feuer), andererseits durch Aufwirbelung von Staub (Strassenstaub etc.) oder durch Reaktionen von Luftschadstoffen. Der bei Verbrennungsprozessen entstehende Feinstaub besteht vor allem aus dem besonders gesundheitsgefährdenden Russ. Die grössten Quellen an Russ sind die offene Verbrennung von Ästen und Holz und die Abgase von Dieselmotoren von Lastwagen, Baumaschinen, Traktoren etc. Insgesamt dürften von den PM 10-Emissionen je etwa 30 % aus der Land- und Forstwirtschaft (inkl. offene Feuer), aus dem Verkehr und aus der Industrie und dem Gewerbe sowie aus den Haushalten etwa 10 % stammen. Diese gesamtschweizerischen Abschätzungen dürften auch für den Kanton Glarus zutreffen.

Im Kanton Glarus wurde Feinstaub bisher über kürzere Zeiten in Braunwald, Näfels und Netstal und während Jahresperioden in Glarus gemessen. Die Messung im Buchholz in Glarus wird von „Ostluft“ alle zwei Jahre durchgeführt. Aus diesen bisherigen Messungen wird ersichtlich, dass in Braunwald generell sehr tiefe Feinstaubkonzentrationen herrschen. Im Unterland gibt es eher höhere Konzentrationen als im Hinterland. Die höchsten Werte sind bei lang dauerndem Hochnebel unter der Hochnebeldecke und im Bereich der Hochnebelgrenze zu erwarten.

Die Messstation in Glarus liefert keine kontinuierlichen Resultate und ist somit nicht übers Internet einsehbar. Die Messungen müssen noch von Hand ausgewertet werden und liegen erst nach einigen Tagen vor. Die Erfahrung zeigt, dass die online-Messstationen in Chur, Rapperswil und Vaduz ähnliche Werte zeigen wie in Glarus. Die Konzentrationen in Glarus sind im Durchschnitt etwa 10 bis 20 % tiefer als bei den Stationen Chur und Vaduz. Entscheidend ist aber die Lage des Hochnebels. Darum können die Messresultate dieser beiden Stationen, welche im Internet ersichtlich sind, auch als Massstab für die Werte in Glarus verwendet werden. Ab dem 1. Januar 2008 wird die Station Rapperswil nach Tuggen verlegt. Deren Messresultate sind im Internet einsehbar.

Was kann der Einzelne tun?

§ Energiebewusstes Verhalten im Haushalt (mässige Raumtemperatur, kurzes, kräftiges Lüften);

§ Verzicht auf Feuer in Cheminées;

§ keine offenen Feuer mit Gartenabraum, Baumschnitt etc.;

§ bevorzugte Benutzung des öffentlichen Verkehrs;

§ bei Autofahrten ausgeglichene Fahrweise im
niedertourigen Drehzahlbereich

§ Autofahrten gemeinsam durchführen