«Masterplan Eternit»

Die Zukunft der Eternit (Schweiz) AG war Thema einer Vernissage im Voyer des Hauptgebäudes in Niederurnen. Präsentiert wurden Ideen und Visionen von Studenten der Universität Liechtenstein. Thema: Wie könnte sich die Eternit, aber auch die Swisspor mit Sitz in Bilten, in Zukunft baulich entwickeln.




«Stand heute kämpfen beide Firmen mit den gleichen Problemen. Durch die erfreuliche Steigerung des Geschäftsvolumen ist der Platzbedarf beider Unternehmen gestiegen.» Wie Urs Lehner, Geschäftsführer der Eternit (Schweiz ) AG, an der Orientierungsveranstaltung den zahlreich erschienenen Gästen erklärte, sei es praktisch unmöglich, die bestehenden Standorte noch zu optimieren.

Prozessablauf nicht mehr optimal


«Im Gegensatz zu früher, und damit meine ich nicht fünfzig Jahre, sondern höchstens zehn bis fünfzehn Jahre, ist der Prozessablauf in der Produktion nicht mehr optimal.» Darum habe man in verschiedenen Studien geprüft, was für Möglichkeiten sich bieten. Geprüft wurde auch eine kreisförmige Anordnung im Prozessablauf, dabei würden aber die Investitionen doppelt so hoch ausfallen wie bei einem möglichen Neubau. Was sich zudem erschwerend auswirken würde, wäre ein längerer Produktionsausfall. Dies kann sich ein Unternehmen wie die Eternit schlichtweg nicht leisten, denn die Kunden erwarten von uns kurzfristige Lieferungen. Lehner betonte weiter, dass schlussendlich wieder die alte Lösung infrage komme; der neue Standort im Riet, auf der andern Seite der Geleise. «Denn», so Lehner weiter, «würde man heute bauen, käme nur eine Linienproduktion infrage. Das bedeutet aber, dass das Werk anderthalb Mal länger würde, was bekanntlich am bestehenden Standort nicht möglich ist.»

Frage des Standortes


«Die Studenten der Universität Liechtenstein haben sich während zwei Semestern diesem Problem in verschiedenen Studien gewidmet», erklärte Nicole Hatz, Lehrbeauftragte des Instituts. «So haben im Wintersemester die Studenten eine Analyse des Ortes und der bestehenden Gebäude durchgeführt.» Dabei hätten sich einige Studenten entschieden, auf dem bestehenden Areal eine neue Fabrik zu erstellen, dabei aber die erhaltenswerten Gebäude stehen zu lassen. Wiederum andere Studenten hätten nach Möglichkeiten gesucht, die bestehenden Gebäude so zu gestalten, um damit ein neues Zentrum für Nieder- und Oberurnen zu erschaffen. «Aufgrund der verschiedenen Erkenntnisse, dass eine neue Fabrik erstellt werden muss, um das bestehende Werk umnutzen zu können, hat man sich im Sommersemester darauf konzentriert, ein neues Werk auf der Oberseite der Geleise zu planen», so Hatz, die darauf hinwies, dass die Resultate dieser studentischen Auseinandersetzung noch während der kommenden vier Wochen zu den üblichen Bürozeiten im 1. Stock des Hauptgebäudes der Eternit besichtigt werden können.

Sicher ist, dass die politische Diskussion über die notwendige Umzonung der Fruchtfolgeflächen für einen möglichen Neubau noch einige Zeit in Anspruch nehmen wird.