Memory geht auch unter Wasser

Der Spass steht im Vordergrund. Kinder ab acht Jahren lernen im Hallenbad tauchen.



Die achtjährige Lia schaut etwas angespannt, als Tauchlehrer Urs Arpagaus ihr die Tauchmaske anprobiert. Ein bisschen aufgeregt sei sie schon, sagt Lia. Sie sei eine Wasserratte und habe auch schon ein bisschen geschnorchelt, «aber nicht ganz richtig», sagt Lia. Heute will sie zum ersten Mal mit einem Pressluftgerät tauchen.

Am Vormittag hat Tauchlehrer Arpagaus mit Lia besprochen, was sie für einen 20-minütigen Tauchgang im Hallenbad an Theorie wissen muss. Er hat ihr etwa die wichtigsten Handzeichen zur Verständigung unter Wasser beigebracht. Daumen und Zeigefinger mit den Fingerspitzen aneinander gelegt heisst: «Alles in Ordnung.» Jetzt, am Nachmittag, zieht Lia im Hallenbad Flumserberg das extrakleine Tauchgerät an, steckt sich den Atemregler in den Mund und lässt sich vom Rand des Schwimmbeckens ins Wasser gleiten. Es ist Kindertauchtag der Tauchschule H2O aus Niederurnen.

Pro Kind ein Lehrer

Sechs Kinder haben sich zum Kindertauchen angemeldet, das vier Mal pro Jahr durchgeführt wird. Lia ist zum ersten Mal dabei, die andern Kinder wissen schon, wie man sich im Hallenbad im gut zwei Meter tiefen Wasser bewegt. Jedes Kind wird einzeln von einem Tauchlehrer betreut und lernt etwa, unter Wasser die Maske über den Kopf zu streifen, sie wieder anzuziehen und auszublasen. Das muss man können, um später beim Tauchen im See nicht in Panik zu geraten, wenn einem der Tauchpartner durch eine unglückliche Bewegung die Maske vom Gesicht schlägt.

Die meiste Zeit wird aber gespielt: Es gibt ein Unterwasser-Memory, ein Unterwasser-Mühlespiel oder einen Unterwasser-Frisbee. Die Kinder sollen sich beim Spielen an das Bewegen mit den Flossen und das ungewohnte Atmen durch den Mund gewöhnen. «Das Tauchen soll mit Vergnügen verbunden sein», sagt Urs Arpagaus.

Kinder haben spezielle Bedürfnisse

Kinder dürfen bei der Tauchschule H2O mit acht Jahren ins Hallenbad. Die Tauchkurse für Erwachsene im See können ab 14 besucht werden. «Tauchen mit Kindern ist anders als mit Jugendlichen», sagt Tauchlehrer Arpagaus. «Kinder können Risiken noch nicht abschätzen und reagieren impulsiv.»

Lia soll jetzt versuchen, die Luft anzuhalten und den Atemregler kurz aus dem Mund zu nehmen. Doch es bringt sie durcheinander, dass sie nicht atmen kann und sie taucht auf. In einem solchen Moment ist es wichtig, dass das Kind Vertrauen in den Tauchlehrer hat, damit er es wieder beruhigen kann. Kurz darauf ist Lia auf jeden Fall schon wieder ganz selbstverständlich am Memory-Spiel in zwei Meter Wassertiefe. «Es war toll», sagt sie am Ende ihres ersten Tauchganges.

www.tauchschule-h2o.ch