Menschenrechte sind (k)eine Selbstverständlichkeit!

Das Anna-Göldi-Museum war am vergangenen Freitagabend Austragungsort einer weiteren Veranstaltung, diesmal mit dem Thema «Menschenrechte – (k)eine Selbstverständlichkeit». Es referierte von Amnesty International Patrick Walder, vom Verein «humanrights.ch»-Präsident Alex Suter sowie Britta Scheunemann von der Gleichstellungskommission des Kantons Glarus. Die anschliessende Diskussion wurde vom Publikum rege benutzt.




Um es vorweg zu nehmen: Der Anlass vom vergangenen Freitagabend hätte von der Brisanz her etwas mehr Publikum verdient. Das Thema war äusserst interessant, kontrovers und topaktuell. Museumsleiter Fridolin Elmer hiess nebst den drei Referenten die anwesenden Teilnehmer im Anna-Göldi-Museum herzlich willkommen.

Menschenrechte – (k)eine Selbstverständlichkeit

Menschenrechte: Ist doch in der Schweiz kein Thema, bei uns ist doch alles Bestens, oder etwa nicht? In der Schweizer Bundesverfassung sind die Menschenrechte festgehalten. Sie garantieren uns sehr weitgehende Rechte. Global sind Menschenrechte zum Schutz der Bürger erkämpft und schliesslich im Jahre 1948 in der «Allgemeinen Erklärung der Menschenrechte» verabschiedet worden. Doch in vielen Ländern sind diese Grundrechte derzeit infrage gestellt, stark bedroht oder sie werden gar aufs Gröbste missachtet.

Grundrechte sind nicht in Stein gemeisselt

Wollen wir die Menschenrechte, unser höchstes Gut, bewahren, so ist es wichtig, sich über deren fundamentale Bedeutung in unserem Alltag bewusst zu werden. Dazu gehört, sich stets aufs Neue damit auseinanderzusetzen. Aus diesem Grunde hatten Amnesty International, humanrights.ch und die Gleichstellungskommission Glarus zusammen mit der Anna-Göldi-Stiftung zu einem offenen Gespräch über unsere Grundrechte eingeladen. In Kurzreferaten wurde die Zielsetzung und die Arbeit von Amnesty, humanrights und der Gleichstellungskommission vorgestellt.

Als erster Referent sprach Patrick Walder von Amnesty International vor allem zur «Fremde Richter-Initiative», zur Schweizer Waffenexportpolitik, notabene ein topaktuelles Thema und abschliessend zum globalen Trend «Shrinking Space». Es handelt sich dabei um weltweite Angriffe auf die Menschenrechte. Alex Sutter vom Verein «humanrights.ch» erläuterte in einem kurzen Statement die leidvolle Geschichte für die Schaffung einer Menschenrechtsinstitution in der Schweiz, um abschliessend noch kurz auf die menschenrechtswidrige Vorlage zu den polizeilichen Massnahmen für die Terrorismusbekämpfung einzugehen. Als abschliessende Referentin spannte Britta Scheunenmann von der Gleichstellungskommission des Kantons Glarus den Bogen von Menschenrechten zu Frauenrechten (Frauenrechtskonvention) und der in unserem Land gesetzlich verankerten Gleichstellung. Zur Diskussion stand abschliessend die Selbstbestimmungsinitiative, welche ebenfalls die Menschenrechte tangiert und zu Diskussionen Anlass gibt. Im Anschluss an die Veranstaltung wird ein Apéro offeriert.