Militär und Zivilschutz: Auftrag erfüllt

Mit Genugtuung durfte der Chef der Hauptabteilung Militär und Zivilschutz des Kantons Glarus, Oberstleutnant Mathias Vögeli, Gemeindepräsident von Rüti, am traditionellen Jahresendrapport auf das 2009 Geleistete zurückblicken. Der Auftrag sei erfüllt worden



Gastgeber Mathias Vögeli überreichte Brigadier Wüthrich einen Tornister voller Proviant. (Bild: jann etter)
Gastgeber Mathias Vögeli überreichte Brigadier Wüthrich einen Tornister voller Proviant. (Bild: jann etter)

Nächstes Jahr gibt es nicht weniger zu tun. Dabei ist der Mitarbeiterbestand im Rahmen der Sparmassnahmen auf 1500 Stellenprozente gesunken. Die Schmerzgrenze werde bald erreicht sein, betonte Vögeli.

Prominente Gäste

Die Gäste hörten aufmerksam zu, unter ihnen der Chef des Departements Justiz und Sicherheit, Regierungsrat Dr. Andrea Bettiga; sein Departementssekretär Arpad Baranyi; die Stadtglarner Gemeindepräsidentin Andrea R. Trümpy; die Präsidentin der landrätlichen Finanzkommission, Marianne Lienhard; Brigadier Hans-Peter Wüthrich, Kommandant der Infanterie-Brigade 7; Guido Schelling, Leiter des Infrastruktur-Centers Mels, und natürlich der Chef des Kantonalen Führungsstabes, Adrian Kleiner.

Positives Bild der Armee

Vögeli unterstrich, dass die Militärbetriebe nur Positives für die Armee leisten, sozusagen als Antwort auf die vielen negativen Schlagzeilen über die Armee in der Presse. In seinem Grusswort bedauerte auch Regierungsrat Bettiga diese Stimmungsmache, unterstrich aber, dass neue Leute die Spitzenpositionen einnehmen, sodass das Image der Armee bestimmt wieder besser werde.

3000 Sturmgewehre instand gestellt

Die Militärbetriebe im engeren Sinne erfüllten drei Leistungsaufträge der Armee, wofür sie mit 620 000 Franken entschädigt wurden, rund 100 000 Franken mehr als gemäss Budget. Rund 20 000 „Kundenwünsche“ erfüllt die Retablierungsstelle (Ausrüstung usw.) 3000 Sturmgewehr 90 wurde instand gestellt, und aus Glarus kamen die Kampfstiefel für die im Rekrutierungszentrum Mels frisch ausgehobenen Rekruten. Die Glarner bedienten in Mels auch den Bodyscanner. Das Zeughaus ist auch verantwortlich für die Uniformen usw. des Zivilschutzes, der Feuerwehren und der Polizei.

Die mechanische Werkstatt führte Arbeiten im Auftrag des Logistik-Centers Hinwil aus und betreute die Fahrzeuge des Zivilschutzes sowie des Kantonsspitals. Schliesslich obliegt den Militärbetrieben auch umfassende Wartung der Truppenunterkünfte.

Das Kreiskommando

Vögeli umschrieb auch die Tätigkeit des von Major Walter Rhyner geleiteten Kreiskommandos. Es ist als militärische Auskunftsstelle u.a. zuständig für Dienstverschiebungen (2009 langten 333 Gesuche ein), für den Einzug der Ersatzabgabe, für das Schiesswesen (Obli), für die Rekrutenorientierungen und für die Entlassung aus der Wehrpflicht, die für rund 100 Mann eben erst erfolgt ist.

Der Zivilschutz

Auch der Zivilschutz hat ein arbeitsreiches Jahr hinter sich mit 167 Kursen und Einsätzen; das ergab insgesamt 3706 Diensttage. In Erinnerung bleiben sicherlich die Züglete von historischen Gegenständen aus der Sammlung des Freulerpalastes sowie die Einsätze am Glarner-Bündner Schwingertag und am Musikfest.

Die Hauptabteilung selber engagierte sich am Kantonalschützenfest und traditionsgemäss für das Glarner Jugendschiessen (und wird es auch 2010 wieder tun).

Aufgaben im neuen Jahr

Grundsätzlich erfüllen die Militärbetriebe im nächsten Jahr die gleichen Aufgaben wie 2009, jedoch mit Nuancen. Mithin sei weiterhin Flexibilität gefragt, betonte Vögeli. Möglicherweise wird Glarus Standort des Schulkommandos des Panzer-Lehrverbandes 21 in dessen Verbandsausbildungsperiode. Da ab Frühling die Wehrmänner ihre Waffen im Zeughaus deponieren können, muss geprüft werden, wie Annahme und Herausgabe möglichst gut - auch zeitlich! - geregelt werden können.

Das Kreiskommando überarbeitet seine Computer-Software für den Wehrpflichtersatz und wird das Sektionschef-Wesen neu ordnen müssen, denn es gibt heute, bei 25, Gemeinden, 18 Sektionschefs. Werden es nur noch drei oder doch mehr sein?

Auch beim Zivilschutz besteht Anpassungsbedarf an das 3-Gemeinden-Modell. Möglicherweise wird es ein Bataillon mit drei Kompagnien geben. Der Zivilschutz wird am gesamtschweizerischen Schulsporttag in Glarus und an Nordostschweizerischen Schwingfest in Näfels mithelfen. Auf den 1. Oktober ist auch ein neuer Stabschef des Kantonalen Führungsstabes zu bestimmen, da Adrian Kleiner in den Ruhestand tritt.

Dank an Brigadier Wüthrich

Brigadier Hans-Peter Wüthrich gibt das Kommando der Infanterie-Brigade 7 Ende Jahr ab. Mathias Vögeli dankte dem Scheidenden für seine dem Glarnerland stets entgegengebrachte Sympathie und überreichte ihm einen mit allerhand Leckereien gefüllten alten Tornister. Wüthrich danke seinerseits für Zusammenarbeit und erinnerte an seine vielen Diensttage, an denen er mit Glarner zusammengekommen war, u.a. als Kommandant einer Glarner Batterie oder im Stab der Gebirgsdivision 12.

Die Gebirgsspezialisten

Generalstabsoberst Franz Nager, Kommandant des Kompetenzzentrums Gebirgsdienst der Armee in Andermatt, informierte über Bedeutung und Aufgaben des Zentrums und schilderte im Detail die in Andermatt vermittelten Kenntnisse. Dabei betonte er, dass die Gebirgsausbildung ein Ganzes bilde, das heisst, dass kein Unterschied zwischen der militärischen und zivilen Ausbildung gemacht wird und auch nicht gemacht werden darf (denken wir nur an die Rettung). Die Ausbildungsunterlagen sind identisch. Die Zusammenarbeit der Armee mit zivilen Organisationen ist dementsprechend sehr eng. In Andermatt werden auch Angehörige vieler ausländischer Staaten ausgebildet, und Nager erklärte auf Grund der Feststellung, dass unser Land sehr viel „gekammertes Gelände“ aufweise, und zwar auch weit ausserhalb des eigentlichen Gebirges, dass die Gebirgsausbildung in der Armee weiterhin notwendig sei.

Unter der Begleitung der Glarner Hausmusik verköstigten sich die Rapportteilnehmer alsdann mit einem von Meisterhand zubereiteten Risotto.