Mit Herdenschutz Grossraubtieren die Stirn bieten

Warum Lamas ihre Schafe begleiten, verrät die Glarner Herdenschutzbeauftragte Lisbeth Luchsinger am Herdenschutz-Tag in Mollis. Dort stellen Fachpersonen Möglichkeiten vor, wie Schafe und Ziegen vor Wolf, Luchs und Bär geschützt werden können. Auch für die Bevölkerung ist der Anlass interessant.



Diesen März wurde erneut ein Wolf im Gebiet zwischen dem Kerenzerberg und Ennenda nachgewiesen. Das zeigt, dass inzwischen jederzeit mit der Anwesenheit dieses Grossraubtiers im Glarnerland gerechnet werden muss. Nutztiere kamen keine zu Schaden. Das soll so bleiben: «Herdenschutz ist wichtig für die Prävention», erklärt Marco Baltensweiler, Leiter der Abteilung Landwirtschaft. «Dem Wolf und anderen Grossraubtieren sollen Angriffe so erschwert werden, dass sie gar kein Interesse an Nutztieren entwickeln.» Auch gegen Schäden durch Füchse und Greifvögel wirke er vorbeugend. Wie das funktioniert, erfahren Interessierte am Herdenschutz-Tag 2019: Dort können an verschiedenen Posten Herdenschutzhunde, geeignete Zaunsysteme und eben auch Lamas besichtigt werden. Zudem wird der weiterentwickelte «Tracker» vorgeführt: das Sender-Halsband meldet Schaf- und Ziegenbesitzern ungewöhnliches Verhalten ihrer Tiere und mahnt sie zu besonderer Aufmerksamkeit. Der von der Abteilung Landwirtschaft organisierte Herdenschutz-Tag spricht aber nicht nur Kleintierhalter an: er zeigt auch, wie sich Wanderer und Biker gegenüber Herdenschutzhunden verhalten sollen. Im Sommer werden diese grossen Hunde nämlich wieder auf Glarner Schafalpen zum Einsatz kommen. Auch am Anlass dabei ist ein Wildhüter, der Auskunft über die Situation der Grossraubtiere im Kanton gibt. Für das leibliche Wohl der Besucherinnen und Besucher sorgen die Landfrauen mit einer kleinen Festwirtschaft.

Herdenschutz-Tag 2019

Datum: Sonntag, 28. April 2019
Zeit: ab 13 bis 17 Uhr
Ort: Mollis, Wiese neben Südstrasse 14

Der Veranstaltungsort ist in ca. 10 Minuten zu Fuss ab der Bushaltestelle «Mollis, Vorderdorf» erreichbar. Parkplätze stehen bei der Firma Frefel Holzbau AG/Casa-Vita, Netstalerstr. 42, 8753 Mollis, zur Verfügung.
Auskunft gibt die Abteilung Landwirtschaft unter Telefon: 055 646 66 40, E-Mail: [email protected]gl.ch

Rückkehr des Wolfs

Der Wolf wurde in der Schweiz im 19. Jahrhundert ausgerottet. In dieser Zeit waren seine natürlichen Beutetiere, die Rehe und Hirsche, hier praktisch ausgestorben und Übergriffe auf Nutztiere nahmen zu. Seit 1998 kehren regelmässig Wölfe aus Italien und Frankreich in die Schweiz zurück und bilden erste Rudel. Die beiden nächsten befinden sich in den Kantonen Graubünden und St. Gallen. Im Glarnerland wurden seit 2014 wieder einzelne Wölfe festgestellt. Wie viele seither den Kanton durchstreift haben, ist nicht bekannt. Wölfe bleiben meist unbemerkt. Sie werden oft erst wahrgenommen, wenn es zu Nutztier-Rissen kommt. Und diese soll der Herdenschutz verhindern.

Informationen zum Thema Herdenschutz und Wolf liegen auf im Naturzentrum Glarnerland, Bahnhofsgebäude, 8750 Glarus, www.naturzentrumglarnerland