Moderate Steuererhöhung für «grün2017“»

Auf dem Weg zu einer ausgeglichenen Erfolgsrechung bis 2017 kommt der Gemeinderat nicht darum herum, der Herbstgemeindeversammlung eine Steuererhöhung von 3 Prozent zu beantragen. Ausserdem sind Massnahmen zur Ausgabenreduktion und Einnahmensteigerung vorgesehen.



Sie erklärten die Massnahmen für eine ausgeglichene Erfolgrechung der Gemeinde Glarus (von links): Heinrich Stucki
Sie erklärten die Massnahmen für eine ausgeglichene Erfolgrechung der Gemeinde Glarus (von links): Heinrich Stucki

Die Fusion zu drei Gemeinden ist auch zu einem grossen Grund von einem finanziellen Aspekt geprägt gewesen, blickte der Gemeindepräsident von Glarus, Christian Marti, in die Vergangenheit zurück. «Die Gesamtsituation der Gemeinden war bedenklich, die Fusion sollte aus dieser Situation herausführen.» Und die neuen Gemeinden hätten in dieser Hinsicht schon viel bewirkt, ist sich Marti sicher. «Durch die negativen Abschlüsse ist es aber nicht einfach, dies der Bevölkerung aufzuzeigen.» Heinrich Stucki, Hauptabteilungsleiter Finanzen, zeigte an der Medienkonferenz, dass in den letzten Jahren in der Gemeinde Glarus rund 5 Millionen Franken eingespart werden konnten.

Rote Zahlen führten zu Massnahmen


Dies war auch immer ein grosses Thema beim Gemeindrat, da laut Marti der finanzielle Druck von Anfang an klar war. So wurde von Beginn an zwischen dem Wünschbaren und Notwendigen unterschieden und Massnahmen erstellt. «In Hinblick auf die kommenden Jahre haben wir erkannt, dass diese Massnahmen alleine leider nicht reichen.» Dank dem guten Eigenkapitalsdeckungsgrad seien die letzten Aufwandüberschüsse keine Katastrophe, zeigen aber Handlungsbedarf auf.

Steuererhöhung für 2014

«Ein Hebel, an dem wir ansetzen müssen, sind die Steuern», so Marti weiter. Aus diesem Grund wird der kommenden Gemeindeversammlung eine Erhöhung um drei Prozent beantragt. Ein Prozent werde dabei durch die an der Landsgemeinde beschlossene Senkung der Kantonssteuern kompensiert. Gleichzeitig setzt sich die Gemeinde das Ziel, in jedem Jahr 300 000 Franken durch Aufgabenverzicht einzusparen und 200 000 Franken pro Jahr durch Erhöhungen von Nebenerträgen mehr einzunehmen. «Dies werden vor allem Gebühren und Abgaben sein, wo wir in fast allen Fällen aktuell sehr, sehr tief sind.» Die drei Hauptparameter für die erfolgreiche Entwicklung seien vor allem der Selbstfinanzierungsgrad, der 2018 bei 80 Prozent liegen soll, das Eigenkapital (2018 30 Mio. Franken) und die Nettoschuld pro Einwohner von maximal 1000 Franken.

Spannungsfeld zwischen Anspruch und Möglichkeit

Durch diese zusätzlichen Massnahmen sollte nach der Planung im Jahr 2017 bereits ein Ertragsüberschuss von einer knappen halben Million Franken erreicht werden. Marti betonte weiter, dass sich der Gemeinderat bewusst ist, dass hier das Spannungsfeld zwischen Anspruch und Möglichkeit sich verstärken wird und dass es Artikelbesonders wichtig ist, zu beurteilen, welche Auswirkung mögliche Sparmassnahmen haben könnten. «Uns ist es auch wichtig, dass die Bevölkerung versteht, was hinter diesen Massnahmen steckt.» Aus diesem Grund wurde auch bereits an der letzten Gemeindeversammlung über diese Schritte ausführlich informiert.

Man dürfe die Gemeindefusion aber nicht nur auf den finanziellen Aspekt reduzieren, betonte Marti weiter. Die Fusion sei auch ein wichtiges Entwicklungskonzept für den ganzen Kanton. «Durch gesunde Finanzen hat die Gemeinde in diesem Bereich sicher viel mehr Spielraum und Potenzial.»