Modernste Technik in Glarus

In Rekordzeit ist die Wäscherei des Kantonsspitals Glarus saniert worden. Sie basiert auf der modernsten, umweltgerechten Waschstrassen- und Trocknungstechnik in der Schweiz. Grund genug zum Feiern.



Stossen auf die gelungene Sanierung an: Spitaldirektor Markus Hauser (rechts) und Projektleiter Martin Müller von der Abteilung Hochbau des Departements Bau und Umwelt. (Bild Madeleine Kuhn-Baer)
Stossen auf die gelungene Sanierung an: Spitaldirektor Markus Hauser (rechts) und Projektleiter Martin Müller von der Abteilung Hochbau des Departements Bau und Umwelt. (Bild Madeleine Kuhn-Baer)

«Das Kantonsspital Glarus ist dankbar, dass uns der Kanton als Eigentümer des Hauses diese Investition ermöglicht hat. Dieser Dank geht an Baudirektor Röbi Marti», sagte Spitaldirektor Markus Hauser am Einweihungsapéro. 2,7 Mio. Franken seien von Ende Juli bis Mitte Oktober 2008 verbaut worden. Der Dank ging aber auch an die Planer, Unternehmer und Mitarbeitenden: «Um in dieser kurzen Zeit eine Wäscherei in dieser Grössenordnung umbauen zu können, ist eine überdurchschnittliche Arbeitsleistung von vielen verschiedenen Beteiligten notwendig.»

Bis Ende April 2009 steht mit der Sanierung der Gebäudehülle im Minergiestandard eine weitere Million an. «Diese Investition verpflichtet», betonte der Spitaldirektor. Ab Januar 09 erfolgt die Reinigung und Behandlung der gesamten Wäsche des Uznacher Spitals Linth in Glarus, zudem lassen jetzt schon externe grössere Kunden ihre Wäsche in Glarus reinigen. Pro Tag ergibt das rund 2000 Kilogramm. «Wenn wir die Investition auslasten wollen, müssen wir weitere Kunden akquirieren können. Diesbezüglich wird das Spital auch in Zukunft gefordert sein», so Markus Hauser.

«Wie im Bienenhaus»


Projektleiter Martin Müller von der Abteilung Hochbau des Departements Bau und Umwelt verwies auf die wichtigsten Etappen der Sanierung der 1965 erbauten und 1989 maschinentechnisch erneuerten Wäscherei. Im Sommer 2007 wurden erste Projektvorbereitungen aufgenommen. Dabei zeigte sich, dass nicht nur die Betriebseinrichtungen mit der Wäscherei und den Lüftungsanlagen, sondern die gesamte Gebäudehülle energetisch saniert werden mussten.

Als Rahmenbedingungen wurde den Fachplanern der Minergiestandard für die Gebäudehülle und die Einhaltung aller Vorschriften und Normen an einen Wäschereibetrieb für Spitalwäsche vorgeschrieben. Daraus ergaben sich diverse bauliche Anpassungen durch neue Betriebsabläufe, zwei vollständig getrennte Lüftungsanlagen der «reinen und unreinen Seite» sowie neue technische Installationen bei den Haustechnikanlagen. Die Stiftung Klimarappen sprach für die Mehrinvestitionen zur Erreichung des Minergiestandards einen Förderbeitrag zu.

Den ganzen Monat September war der Wäschereibetrieb unterbrochen, und es ging laut Martin Müller «zu und her wie in einem Bienenhaus». Doch dank der Koordination von Bauleiter Marco Argenti klappte alles bestens. Nach verschiedenen Abschlussarbeiten und kleineren Mängelbehebungen fand dann am 11. November die Schlussabnahme statt.

Umweltgerecht


Laut Jörg Tulipan, Projektleiter der deutschen Firma Kannegiesser, verfügt das Kantonsspital Glarus nun über die modernste Waschstrassen- und Trocknungstechnik in der Schweiz. Der Wasserverbrauch konnte um gut zwei Drittel gesenkt werden, der Einsatz von Waschmitteln reduzierte sich um 30 bis 40 Prozent, hinzu kommt eine Energierückgewinnung.

Auch Max Meier, Leiter der Wäscherei, und sein Team sind sehr froh über die geglückte Sanierung und «glücklich, dass wir dank dem Spital Linth noch zusätzliche Stellen schaffen konnten». Denn viele Spitäler in der Schweiz verfügten über keine eigenen Wäschereibetriebe mehr.